OB-Wahl 2019

Mit Elan zur dritten Wahl

Kandidatin Amtsinhaberin Angelika Matt-Heidecker spricht über ihre Motivation und ihre Themen für Kirchheim. Von Andreas Volz

Angelika Matt-Heidecker möchte Oberbürgermeisterin bleiben. Foto: Markus Brändli
Angelika Matt-Heidecker möchte Oberbürgermeisterin bleiben. Foto: Markus Brändli

Plötzlich ist Kirchheim mittendrin im Wahlkampf - und Amtsinhaberin Angelika Matt-Heidecker nimmt ihn voller Überzeugung an: „Das Wesen der Demokratie ist die Wahl. Da kann der Bürger entscheiden.“ Aber sogar als einzige Kandidatin hätte sie den Wahlkampf ernst genommen, denn: „Der Wähler hat einen Anspruch darauf, dass man sich um seine Stimme bemüht.“

Wenn sie jetzt im Wahlkampf gefragt wird, warum sie nach 16 Jahren noch ein drittes Mal antritt, erklärt sie es gern: „Weil ich meine Arbeit immer noch mit Elan angehe. Wenn ich morgens ins Rathaus komme, hoffe ich nicht, dass der Tag nur irgendwie und möglichst schnell vorübergeht.“ Was sie allerdings ärgert, ist die Frage, ob sie es denn noch „nötig“ hätte: „Ich will meinen Beruf möglichst gut ausüben und habe immer noch Spaß daran. Aber für meine Persönlichkeit habe ich es nicht ,nötig‘. Ich trage zum Schlafen auch keine Krawatte, nur weil ich Oberbürgermeisterin bin.“

Nach 16 Jahren setzt Angelika Matt-Heidecker auf ihre Erfahrung im Amt: „Das ist entscheidend. Aber es heißt nicht, dass man sich deswegen nicht mehr auf Neues einlässt. Zukunftsthemen sind nicht vom Alter abhängig.“ Damit spielt die 66-Jährige auch darauf an, dass Winfried Kretschmann in anderthalb Jahren noch einmal zur Wiederwahl antreten will - mit dann knapp 73 Jahren.

Themen, die die Amtshinhaberin im Gespräch mit dem Teckboten anreißt, sind nur stichwortartig wiederzugeben - wollte man alle nennen: „Wir brauchen eine schnelle Lösung für die Kindergärten in Lindorf, Ötlingen und Jesingen“, sagt sie, um gleich zu den wichtigsten Punkten der Digitalisierung zu kommen: Breitbandversorgung und E-Government sowie die Vernetzung der Schulen: „Das ist eine Herkulesaufgabe, weil von Anfang an ein einheitliches System für alle Schulen fehlt.“

Beim Thema alternde Bevölkerung geht es nicht nur um dauerhafte Heimplätze, sondern auch um Kurzzeitpflege und Tagesbetreuung - und um die haus­ärztliche Versorgung. Generell werde der Ärztemangel ein Zukunftsthema sein. Deswegen gibt es im kommenden Jahr eine gemeinsame Veranstaltung der Stadt und der Ärzteschaft. Über das Quartiersmanagement kommt Angelika Matt-Heidecker auf die „sorgende Gesellschaft“ zu sprechen, auf nachbarschaftliche Hilfe.

Vom Beteiligungsprozess für die Neugestaltung im Freibad ist die Oberbürgermeisterin ganz begeistert - im Gegensatz zum fehlenden Hallenbad. Letzteres will sie aber rechtzeitig „angehen“, um 2030 einen Neubau zu haben.

Feuerwehr und Technisches Zentrum, Linde, Bike-Park, Fachforum Kultur, neue Gewerbegebiete, Smart City und „Teckschlüssel“, das Kornhaus oder auch eine städtische Wohnungsbaugesellschaft sind nur einige der vielen weiteren Themen - wobei die Kandidatin eins gelernt hat im bisherigen kurzen Wahlkampf: „Ich würde vieles gerne länger erklären. Aber oft wollen die Leute nur kurze, einfache Antworten hören. Schlagworte scheinen wichtiger zu sein als Begründungen.“

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