Infoartikel

Multikulturelle Runderneuerung mit türkischem Zweitligaspieler

Ethnisch gesehen hat die Turngemeinde in den vergangenen Jahren einige „Phasen“ durchgemacht. Mal setzte sich der Großteil des Teams aus Spielern der Balkananrainer zusammen, mal war Italienisch, ein Jahr später Türkisch die meistgehörte Sprache auf dem Platz. Es folgten die durch die Flüchtlingshilfeaktion gesprochenen afrikanischen Dialekte und Sprachen.

Ab nächster Saison herrscht multikulti bei der Turngemeinde - und eine einheitliche Sprache, die sowohl auf dem Platz als auch in der WhatsApp-Gruppe gesprochen und geschrieben wird: Deutsch. Co-Trainer Israfil Kilic: „Deutsch können alle unsere Spieler und ist deshalb die offizielle Sprache. Wer sich widersetzt, muss einen Strafbetrag in die Mannschaftskasse zahlen.“ Es ist eine Aktion, die den Abteilungsleitern gefällt. Florian Kretzschmar: „So haben auch wir Funktionäre die Chance, alles mitzubekommen, was sich auf dem Platz und in der Kabine abspielt.“

Vor Überraschungen schützt freilich auch die einheitliche Sprache nicht. Zum Ablauf der abgebrochenen Runde wurden Florian Kretzschmar und Philip Kienzle von der hohen Anzahl abwanderungswilliger Akteure komplett überrascht. „Außer Co-Trainer Andreas Schmidt und den fünf Spielern, die zum SC Uhingen wechselten, hat uns keiner der 13 Abgänger informiert, dass er den Verein verlassen möchte.“

Tatsächlich demissionierten mit Benjamin Baar, Finn Härtel, Timo Holzschuh, Max Renn, Christian Seifermann (alle zum SC Uhingen), Veli Boz, Michael Hübsch, Robin Mann, Tony Michel, Andreas Schmidt (alle zum TSV Wendlingen), Tim Lämmle (SV Nabern), Robert Lukowski und Joachim Weber (beide zu den SF Dettingen) nicht weniger als 13 Akteure, die in der vergangenen Saison noch im TG-Dress aufliefen.

Dagegen stehen nicht weniger als elf Neuzugänge: Israfil Kilic (Türkspor Nürtingen 73), Can Aksan und Yüksel Colakoglu (beide TFC Köngen), Furkan Aydemir (AC Catania), Erik Becker, Johannes Focht und Kris Schlickowey (alle TSV Ötlingen), Muhammed Gülay (TSV Oberboihingen) und Tom Philipp (TV Neidlingen) sowie der reaktivierte Habib Aydin.

Abgerundet wird der Kader durch Emre Artan, der zuletzt für Istanbul Belediyesi Spor in der zweiten türkischen Liga am Ball war und in Sachen Leistung damit quasi der große Unbekannte auf der TG-Rechnung ist. wai

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