Infoartikel

Nach dem Großbrand stellen sich Fragen

Ist die Brandursache bekannt? „Nein“, sagt Michael Schaal, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Reutlingen. Noch sei die Ursache für den Brand in der Hepsisauer Zimmerei nicht klar. „Es ist ein Gutachter eingeschaltet worden, und wir müssen dessen Ergebnisse abwarten.“ Aktuell gehe die Polizei nicht von Brandstiftung aus. „Es gibt keine Hinweise darauf, dass der Brand vorsätzlich gelegt worden ist“, so Schaal.

Ist das Löschwassser in Hepsisau eigentlich ausreichend? „Um einen ganz normalen Wohnungsbrand zu löschen, braucht man 48 Kubikmeter Wasser pro Stunde“, sagt Norbert Wahl, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Weilheim: „Das stand uns in Hepsisau zur Verfügung.“ Um einen „normalen Wohnungsbrand“ ging es dort aber nicht. Werkstatt und Scheune der Zimmerei standen in Vollbrand, die Flammen waren schon dabei, auf das Wohnhaus überzugreifen, als die Feuerwehr kam. „Bei einem solchen Ereignis muss man immer eine Löschwasserleitung aus dem See legen“, so Wahl. Allein das Drehleiterfahrzeug verbrauche doppelt so viel Wasser wie zur Verfügung stehe. „Wir wissen das, darum unterhalten wir den Löschteich“, sagt Bürgermeister Johannes Züfle. „Dank des Hochbehälters ist in Hepsisau genügend Druck auf den Leitungen“, betont Norbert Wahl. Allerdings sei deren Volumen nicht ausreichend, um einen Großbrand zu bekämpfen.

Wären größere Wasserleitungen eine Lösung? „Nein“, sagt Norbert Wahl. Größere Leitungen zu legen, um für den Ernstfall gerüstet zu sein, ist aus seiner Sicht nicht sinnvoll. „Wenn sie zu groß dimensioniert sind, besteht das Risiko, dass das Trinkwasser verkeimt oder trüb wird.“ Denn wenn nicht genug verbraucht wird, steht das Wasser in den Leitungen. „Das Problem kennen wir zum Beispiel aus Gewerbegebieten, wo die Löschwasserversorgung entsprechend groß sein muss, die Abnahme aber zu gering ist“, so Wahl. Auch andernorts seien die Leitungen nicht größer. „In Weilheim können wir aber mehrere Wasserkreisläufe anzapfen - in Hepsisau gibt es nur einen.“

Was hat die Explosionen bei dem Brand verursacht? Karlheinz Hack und andere Augenzeugen glauben: Es sind die Sauerstofflaschen explodiert, die Hacks Vater zur Beatmung braucht. Feuerwehrkommandant Norbert Wahl dementiert das: „Es hat eine Rauchgasdurchzündung gegeben“, sagt er. Gase und Rauch hätten sich entzündet, als von außen Luft ins Haus geströmt sei. „Wir haben bemerkt, wie der Rauch plötzlich ins Innere gesogen wurde und haben uns sofort in Sicherheit gebracht“, so Wahl. Bei einer Durchzündung entsteht massiver Druck.

Wie kann man der Familie helfen? Kleidung, Geschirr und einige Möbel hat die Familie bereits erhalten. Doch auch alle weiteren Neuanschaffungen kosten Geld. „Die Stadt Weilheim hat ein Spendenkonto eingerichtet, um den ersten finanziellen Engpass abzufedern“, sagt Bürgermeister Johannes Züfle. Wer spenden möchte, kann das tun auf das Spendenkonto „Brand Hepsisau“ bei der Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen: IBAN: DE32 6115 0020 0103 2106 63, BIC: ESSLDE66XXXbil

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