Kirchheim

Nachhaltigkeit in die Köpfe pflanzen

Projekt Die KW-Förderschule will Umweltbewusstsein praxisnah vermitteln: Im Kirchheimer Talwald haben die Kinder der Klassenstufen sechs und sieben ein Stück Wald aufgeforstet. Von Alicia Kaiser

Der Hitzesommer hat aus dem Fichtenwald eine lichte Fläche gemacht. Die wird nun neu bepflanzt. Foto: Jean-Luc Jacques
Der Hitzesommer hat aus dem Fichtenwald eine lichte Fläche gemacht. Die wird nun neu bepflanzt. Foto: Jean-Luc Jacques

Hitzesommer und Borkenkäfer haben dem Kiefernwald bei den Bürgerseen stark zugesetzt, bedauert Försterin Carla Hohberger. Einige Waldstücke mussten deshalb aufgeforstet werden. Einer der Abschnitte wurde von vielen fleißigen Kindern bepflanzt: den Schülern der Konrad-Widerholt Förderschule.

„Jeder Schüler nimmt eine Pflanze.“ - Carla Hohberger dirigiert die Aktion. Die Kids machen sich mit den jungen Bäumen und Spaten in der Hand an die Arbeit. Gepflanzt werden klimaresistente Baumarten. Von den insgesamt 200 Bäumen, die die Förderschüler einpflanzen, sind 100 Traubeneichen, 70 Sommerlinden und 30 Elsbeeren. Die kommen besonders gut mit den heißen und trockenen Sommern klar.

Die Idee zur Baumpflanzaktion kam von der Schule. Daraus entstand eine Kooperation mit der Revierförsterin, die die passenden Pflanzen ausgesucht hat, und der Stadt Kirchheim, die das Pflanzgut finanzierte. Die Klimaschutzmanagerin der Stadt, Dr. Beate Arman, hat alle Beteiligten zusammengeführt und ist von der Initiative der Schüler und Lehrer begeistert. Auch Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker war vor Ort, um Bäume zu pflanzen. „Der Eindruck von der Aktion und das Bewusstsein für die Umwelt soll bei den Kindern bleibend sein. Sie sollen wissen, dass sie etwas verändern können“, meint sie.

Das Baumpflanzen im Talwald ist allerdings nicht die einzige Aktion, die die KW-Förderschule macht, um den Schülern einen nachhaltigen Lebensstil zu vermitteln. Die Schule bietet unter anderem eine Bienen- und eine Bauernhof-AG an. In der Unter- und Mittelstufe gibt es regelmäßig Waldtage, und auch auf die Vermeidung von Müll wird geachtet. Einige Schüler haben sogar zusammen mit ihrer Lehrerin an einer „Fridays-for-Future“-Demonstration teilgenommen. „Die Kinder sollen aber merken, dass sie nicht nur die Möglichkeit haben, für die Umwelt zu demonstrieren, sondern auch handfest etwas tun können“, meint Schulleiterin Susanne Schöllkopf.

Da das pädagogische Konzept in einer Förderschule sehr viel freier ist als an Regelschulen, bleibt den Lehrern die Zeit, Ausflüge mit den Kids zu machen. Auch bei denen wird viel Wissen vermittelt, nur eben auf eine etwas andere Art. „Erst wenn man selber etwas gemacht hat, kann man sich damit verbinden und es wertschätzen. Deshalb ist Praxis für uns ganz wichtig“, erklärt Susanne Schöllkopf. Sie freut sich, dass ihre Sechst- und Siebtklässler so viel Spaß beim Aufforsten hatten.

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