Kirchheim

Nichts geht mehr - bis mindestens Ende Oktober

Kulturszene Der Kirchheimer Club Bastion stoppt coronabedingt vorsichtshalber alle Veranstaltungen.

Kirchheim. Was für ein Dilemma. Kaum ist der Kirchheimer Club Bastion nach der Zwangspause wieder durchgestartet, droht nun das nächste Kulturloch. Aufgrund der neuesten Entwicklung des Kreises Esslingen zum „Hotspot Nummer 1“ in Baden-Württemberg müssen schon wieder Veranstaltungen abgesagt werden. „Schweren Herzens“, sagt Dr. Bernhard Fischer, einer von drei Vorstandsmitgliedern des Kulturvereins. Ausschlaggebend war letzten Endes die zwar nicht zwingende, aber nachvollziehbare Aufforderung von Kirchheims Oberbürgermeister Pascal Bader und Landrat Heinz Eininger, „nicht notwendige Veranstaltungen zu überdenken“.

Gerade hatte sich alles so schön eingespielt: das Hygienekonzept funktionierte, genauso die leistungsfähige Belüftungsanlage, die Sitzplatzverteilung mit Abständen war geregelt und die Künstler kamen gerne. Treues und neues Publikum fand sich zunächst zögerlich ein, aber mit wachsendem Interesse. Von „voll besetzt“ konnte zwar nicht die Rede sein, aber mit bis zu 30 möglichen Besuchern kam die Bastion allmählich wieder in Schwung. Dass die Corona-Infektionen im Kreis so zunehmen, trifft Veranstalter, Musiker und Konzertbegeisterte hart.

Den Verantwortlichen rauchten die Köpfe, denn es gibt gültige Verträge mit den Künstlern. Aber: Wie soll es funktionieren, wenn ein Musiker aus dem Risikogebiet Köln zuerst einen Auftritt im Risikogebiet Vorarlberg hat, dann ins Risikogebiet Kirchheim kommt und danach irgendwo gastiert, wo sich die Hotellerie an ein Beherbergungsverbot halten muss? Wie plant man mit einer Band, bestehend aus einem Musiker aus Paris und einem zweiten aus Brüssel?

Karten behalten Gültigkeit

Die Bastion hat sich dazu durchgerungen, alle Veranstaltungen im Oktober abzusagen. Je nachdem, wie sich die Lage entwickelt, wird entschieden, wie es weitergehen soll. Geplante Konzerte werden ins nächste Jahr verschoben. Einzig die Buchvorstellung des Ötlinger Autors Pierre Jarawan können die Organisatoren vielleicht noch im November oder Dezember unterbringen. Der Club hofft darauf, dass sich die Lage wieder entspannt und das Programm möglichst bald wieder wie vorgesehen durchgeführt werden kann.

Alle bereits im Vorverkauf erworbenen Eintrittskarten behalten ihren Wert und können ohne zeitliche Einschränkung bis zu den Ersatzterminen eingetauscht werden. Wer nicht so lange warten will, kann sein Ticket sofort oder später an der Vorverkaufsstelle bei Juwelier Schairer in der Max-Eyth-Straße 23 zurückgeben. Das Eintrittsgeld wird dort bar erstattet. Aktuelle Informationen gibt es unter www.club-bastion.de.Andrea Barner

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