Kirchheim

Ökologie zahlt sich langfristig aus

Nachhaltigkeit Schwerpunkt des achten BDS-Wirtschaftspreises für Schüler waren die Zukunftsthemen Digitalisierung, Mobilität und Klimawandel. Das Schlossgymnasium stellt alle drei Siegerteams. Von Andreas Volz

Die Schüler des Schlossgymnasiums stehen im Vordergrund: Vincent Schäfer, Lea Bauer, Emilie Morawietz, Tine Schempp, Felix Fauth
Die Schüler des Schlossgymnasiums stehen im Vordergrund: Vincent Schäfer, Lea Bauer, Emilie Morawietz, Tine Schempp, Felix Fauth und Jan Kipper (von links) sind die Gewinner des achten BDS-Wirtschaftspreises. Foto: Carsten Riedl

Sie hatten sich das anders vorgestellt, die Mitglieder der Projektgruppe Wirtschaftspreis: Es hätte eine große feierliche Preisverleihung geben sollen, die der Bund der Selbständigen Kirchheim (BDS) an der Alleenschule veranstaltet hätte. So aber wurde die achte Auflage des Wirtschaftspreises zu etwas ganz Besonderem. Zur Verleihung kamen die sechs Preisträger ans Kirchheimer Rathaus, um ihr Preisgeld in Höhe von insgesamt 1 500 Euro corona-konform in Empfang nehmen zu können.

Karl-Albrecht Einselen, einer der beiden BDS-Vorsitzenden, freute sich, dass es überhaupt eine Preisverleihung gab, dass also trotz der Einschränkungen durch Corona Schüler Kontakt zu Unternehmen aufnehmen konnten. Inhaltlich ging es um die Frage, wie sich Betriebe aus Kirchheim und Umgebung mit den Zukunftsthemen Digitalisierung, Mobilität und Klimawandel auseinandersetzen. Beteiligt haben sich sechs Schülergruppen, vom Schlossgymnasium und von der Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule. Bei der Preisverleihung war das Schlossgymnasium zwar unter sich. Aber Karl-Albrecht Einselen lobte lauter gute Arbeiten, von denen eben nur drei hätten gewinnen können.

Oberbürgermeister Pascal Bader fungierte beim BDS-Preis nicht nur als Schirmherr, sondern bei der Preisverleihung unter den Rathausarkaden auch als Hausherr. Er stellte die Verzahnung von Schule und Wirtschaft in den Mittelpunkt: „Das ist eine tolle Möglichkeit für Schüler, in Unternehmen zu kommen. In meiner Schulzeit hat noch niemand an so etwas gedacht.“ Die Arbeiten habe er allesamt mit großem Interesse gelesen. Die Digitalisierung sei spätestens mit Corona auch an den Schulen angekommen, und dass Nachhaltigkeit langfristig zum Wettbewerbsvorteil für Unternehmen werde, hätten die sechs Studien eindrucksvoll herausgearbeitet.

„Spannender Branchenmix“

Die drei Siegerarbeiten befassen sich mit drei Unternehmen aus drei unterschiedlichen Branchen. Karl-Albrecht Einselen freute sich über den „spannenden Branchenmix“ - mit Dienstleistung, Industrie und Gewerbe sowie Gastronomie und Einzelhandel.

Mit einer Stimme Vorsprung ging der erste Preis an Emilie Morawietz und Tine Schempp. Sie waren der Frage nachgegangen, wie sich der Sulzburghof als nachhaltig agierendes Unternehmen am Markt positioniert. Ergebnis: „Die fortgeschrittenen Techniken im landwirtschaftlichen Bereich und die fast ausschließliche Digitalisierung der Verwaltung trotzen dem Bild, das bei einem kleinen lokalen Hofladen mit Café entsteht.“ Glaubwürdiges Engagement bei der Direktvermarktung, biologischer Anbau und die Förderung des Radfahrens stärkten das Profil des Familienbetriebs. Die Autorinnen geben aber auch Tipps für mögliche Verbesserungen, etwa beim Essensangebot.

Vincent Schäfer und Lea Bauer schrieben über „Klimaschutz im Kirchheimer Unternehmen Keller Lufttechnik“. Neben dem eigentlichen Produkt der Absaug- und Filteranlagen habe der Global Player aus Jesingen auch intern einiges dafür getan, um die Umweltbelastung zu reduzieren. Dazu gehören eine eigene Photovoltaikanlage, die Umstellung auf LED-Beleuchtung, Bike-Leasing, Spritsparwettbewerbe oder auch die Einschränkung von Reisetätigkeiten. Kritisch erwähnen die Autoren, dass Förderanträge sehr aufwendig seien und dass die Kundschaft stark auf günstige Preise fokussiert sei.

Felix Fauth und Jan Kipper heimsten für ihre Arbeit über das Architekturbüro Bankwitz den dritten Preis ein. Sie stellen dar, dass Ökonomie und Ökologie keine Gegensätze sein müssen, dass vielmehr das Bekenntnis zu mehr ökologischem Bewusstsein den Grundstein für ökonomischen Erfolg legen kann. Wie Karl-Albrecht Einselen ausführte, schließen sie ihre Arbeit „mit dem eindringlichen Appell an die Unternehmer, aktiv an der Zukunftsfähigkeit unserer Umwelt zu arbeiten“.

Am Ende appellierte der Laudator an alle Schulen, sich in zwei Jahren am neunten Wirtschaftspreis rege zu beteiligen. Es gehe darum, eines der erfolgreichsten Projekte des BDS fortzuführen.

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