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Oper ohne Orchester

Kommentar Die Pro A zählt inzwischen ihre 14. Saison seit der Gründung. Die Knights aus Kirchheim sind seit ihrem Aufstieg 2008 inzwischen 13 Jahre ohne Unterbrechung mit dabei. Zeit, in der vieles passiert ist. In den Hallen liegt edles Parkett unter ausladenden Standkörben, Kamerateams übertragen alle Spiele live ins Wohnzimmer und flackernde LED-Banden spülen Werbegelder in die Kassen von Klubs, die von Geschäftsführern im Hauptberuf geleitet werden und die mit Etats jonglieren, die nicht selten weit jenseits der Millionen-Euro-Grenze liegen.

Ob stetiges Wachstum alternativlos ist, darüber lässt sich trefflich streiten. Unstrittig ist: Ohne Leidenschaft und Emotionen, ohne das große Spektakel, verliert die Ware Sport am Markt dramatisch an Wert. Ohne ein breites Publikum geht es nicht mehr um Wachstum, sondern schlicht ums Überleben. Die 14. Saison in der Pro A könnte daher vieles, was bisher alltäglich erschien, dauerhaft verändern. Ob sie wollen oder nicht, Klubs sind dazu verdammt, ihren Geldgebern die große Bühne als lohnendes Investment zu verkaufen. Wenn die Pandemie zurzeit etwas vor Augen führt, dann wohl, wie brüchig dieses Geschäftsmodell in Wahrheit ist.

Beängstigende Stille und leere Ränge in den Arenen. Wer Glück hatte, weil sich das Infektionsgeschehen in Stadt und Land noch in Grenzen hält, konnte mit einem Bruchteil seines üblichen Publikums starten. Das ist weit weniger als die Vereine zum Überleben bräuchten und deutlich mehr als vielen Menschen im Moment geboten erscheint.

Sport ohne Fans ist wie Oper ohne Orchester. Beides funktioniert nicht. Von einer Saison, von der im Moment keiner weiß, was sie bringen und wann sie enden wird, hängt ab, ob es ein 15. Jahr in der 2. Basketball-Bundesliga geben wird. Zumindest so, wie wir sie kennen. Bernd Köble

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