Kirchheim

Ortschef bläst zum Abschied das Flügelhorn

Fest Beim Naberner Weihnachtsliedersingen unterhalten Chöre und der Musikverein über 300 Zuhörer. Ferdinand Truffner verabschiedet sich. Von Thomas Krytzner

Der Schreibtisch ist schon geräumt, doch beim Weihnachtsliedersingen ließ es sich Ortsvorsteher Ferdinand Truffner (links) nicht
Der Schreibtisch ist schon geräumt, doch beim Weihnachtsliedersingen ließ es sich Ortsvorsteher Ferdinand Truffner (links) nicht nehmen, noch mal mit dem Musikverein zu spielen. Foto: Thomas Krytzner

Das Weihnachtskonzert vor dem Rathaus in Nabern ist mittlerweile Tradition. Da treffen sich die Chöre, das Posaunenensemble und der Musikverein zum Stelldichein. Gemeinsam mit der Bevölkerung wird gesungen und musiziert. Doch in diesem Jahr war alles etwas anders. Nicht nur, dass mit dem ersten Ton des Posaunenchors leichter Schneefall einsetzte, auch wurde der scheidende Ortschef Ferdinand Truffner verabschiedet. Es herrschte eine besondere Stimmung vor dem farbig beleuchteten Rathaus und der glitzernden Weihnachtstanne.

Immer mehr Menschen strömten herbei, trotz des kalten Windes. Nachdem der Posaunenchor verstummt war, stimmten die Chöre weitere Weihnachtsmelodien an. Ein bisschen aufgeregt waren die Kinder, als sie sich auf der Treppe des Rathauses aufstellten. Viele versuchten noch, mit offenem Mund ein paar Schneeflocken einzufangen, bevor sie die Zuhörer mit ihrem Gesang begeisterten. Viel Beifall bekam das fröhliche Weihnachtslied: „Der Weihnachtsmann kommt“ - viel mehr bekannt unter „Eine Muh, eine Mäh“, eine Komposition, die von Wilhelm Lindemann stammt.

Nabern wurde zur Heimat

Es scheint, als wäre das gemeinsame Singen in diesem Jahr zum Zapfenstreich für den scheidenden Ortsvorsteher Ferdinand Truffner geworden. Doch der Charakter der Tradition blieb erhalten. Ein wenig Melancholie kam auf, als Truffner die vergangenen Jahre Revue passieren ließ. „Wir haben uns hier zu Hause gefühlt“, bestätigte er seiner Gemeinde. Als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und im Musikverein sei er gut angenommen worden. Als Meilenstein hob der Ortschef den Mehrgenerationenspielplatz am Bärsauweg hervor. „Dort haben wir für Familien und Kinder einen erlebnisreichen Platz geschaffen.“

Ebenso konnte Truffner verkünden, dass der Kirchheimer Gemeinderat dem Neubau des Kindergartens zugestimmt hat. Eine lange Vorbereitungszeit und mehrere Besprechungen im Ort waren dem Antrag vorausgegangen. „Zur Einweihungsfeier komme ich gerne wieder nach Nabern“, versprach er.

Ferdinand Truffner tritt zum Jahresbeginn als Bürgermeister in seiner alten Heimat Empfingen (Landkreis Freudenstadt) an. Die Nachfolge sei bereits geregelt, am 15. Dezember lief die Bewerberfrist aus. Am 26. Januar wählt der Ortschaftsrat in Nabern den neuen Ortsvorsteher. Parallel dazu findet die offizielle Verabschiedung von Ferdinand Truffner in der Gießnauhalle statt.

Obwohl Ferdinand Truffner sein Büro bereits am 8. Dezember geräumt hat und mit seinem Umzug an den neuen Arbeitsort beschäftigt ist, ließ er es sich nicht nehmen, ein letztes Mal mit dem Musikverein Nabern zu spielen. Der Schneefall wurde stärker und die Stimmung rund um den Weihnachtsbaum besinnlicher. Die Musiker spielten bekannte Weihnachtslieder und die Bevölkerung sang mit. Schlusspunkt des gemeinsamen Singens war traditionsgemäß „O du fröhliche“.

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