Kirchheim

Perfekt vorbereitet auf die Industrie 4.0

Ausbildung Die Zahl der Azubis im beruflichen Bildungszentrum Garp befindet sich auf Rekordniveau.

Andreas Schwarz (Mitte) blickt den Azubis in der Lehrwerkstatt für Metallberufe über die Schulter.Foto: pr
Andreas Schwarz (Mitte) blickt den Azubis in der Lehrwerkstatt für Metallberufe über die Schulter.Foto: pr

Region. Noch nie haben so viele Azubis ihre praktische Ausbildung bei der Garp absolviert wie zurzeit. „Wir haben Rekordstand“, freute sich Garp-Geschäftsführer Werner Waiblinger. Er nutzte den Besuch des Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Landtag, Andreas Schwarz, um sich für die Stärkung der dualen Ausbildung einzusetzen.

250 junge Menschen werden derzeit im Rahmen ihrer dualen Ausbildung in den Werkstätten der Garp angeleitet anstatt im eigenen Unternehmen. Damit sei man an der Kapazitätsgrenze, sagte Waiblinger. Dieser Rekordstand habe mit der bisher sehr guten Konjunktur zu tun, zeige aber auch, dass die überbetriebliche Ausbildung für kleine und mittelständische Unternehmen ausgesprochen interessant sei: Mit dem Angebot des Bildungszentrums können sie eigene Nachwuchskräfte ausbilden, auch wenn ihnen selbst die technische Ausstattung oder die Arbeitskräfte dazu fehlen. An allen Stationen des Rundgangs suchte Schwarz das Gespräch mit den jungen Leuten und fragte nach den Hintergründen für ihre Berufswahl. Egal in welcher Branche, die Digitalisierung und der Weg zur „Industrie 4.0“ stehen stets im Raum. Wenn man sich darauf einstelle und einlasse, sei das machbar, sagte Waiblinger und verwies auf das Garp-Projekt „F4DIA“, das „Multiplikatoren für die digitalisierte Arbeitswelt“ ausbildet, damit sie in ihrem Unternehmen innovative Impulse setzen können. Damit hat die Garp im vergangenen Jahr den „Demografie Excellenz Award“ gewonnen und wurde ganz aktuell im Wettbewerb „100 Orte für Industrie 4.0“ ausgezeichnet.

Mehr noch als die Auszeichnungen freute Waiblinger, dass das Projekt um weitere zwei Jahre verlängert wird. Denn in Sachen Digitalisierung habe die Wirtschaft weiterhin Nachholbedarf. Diese Erfahrung teilte auch Christoph Nold, der Geschäftsführer der IHK Bezirkskammer Esslingen-Nürtingen, der ebenso wie Plochingens Bürgermeister Frank Buß am Rundgang teilnahm.

Bei der Garp lernen die Azubis mit modernster Ausstattung. Trotzdem sei es schwierig, der Gesellschaft zu vermitteln, welch hohes Niveau die duale Ausbildung habe, da waren sich alle einig. In vielen anderen Ländern bewundere man Deutschland um dieses System - doch hierzulande gehe der Trend vielfach zum Studium. Die drei Azubis, die an der abschließenden Gesprächsrunde mit den Gästen teilnahmen, waren von der Qualität ihrer Ausbildung jedenfalls rundum überzeugt. Sie machten aber auch klar, dass ihnen die Möglichkeit wichtig ist, sich später weiterentwickeln zu können - sei es auf dem Weg der beruflichen Aufstiegsbildung oder an einer Hochschule.pm

Anzeige