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Pilgern heute: „Ich bin dann mal weg“ liegt im Heiligen Jahr besonders im Trend

Die Jakobskirche in Bodelshofen war im Mittelalter eine wichtige Sammelstelle für Pilger.Foto: Markus Brändli
Die Jakobskirche in Bodelshofen war im Mittelalter eine wichtige Sammelstelle für Pilger.Foto: Markus Brändli

Pilgern beschreibt laut „korbi.wiki“, der Bildungsplattform in der Erzdiözese München und Freising, eine zumeist religiös motivierte Reise zu einem als heilig geltenden Ort. Die Pilgerreise gibt es in allen Weltreligionen. Einen Boom erlebte das Pilgern im Mittelalter. Ein Christ pilgerte vorzugsweise zu einem der drei bedeutenden Fernpilgerziele: Jerusalem, Rom und Santiago de Compostela. Martin Luther hielt das Pilgern für „Narrenwerk“, und in der Reformationszeit nimmt das Pilgern tatsächlich stark ab. Heute ist es wieder „in“.

„Ich bin dann mal weg“ lautete der Titel des Bestsellers von Hape Kerkeling, in dem der Komiker seine 600 Kilometer lange Fußreise im Jahr 2001 nach Santiago de Compostela beschreibt. Mit Erscheinen des Buches 2006 schnellten die Zahlen der Pilger, vor allem der deutschen, auf dem klassischen Jakobsweg in die Höhe. Hinter dem neuen Trend steckt ein übergreifendes Phänomen, spirituell und ökumenisch, aber auch geprägt durch Freundschaften, Verständnis, Sinnsuche und dem Erleben von Natur und Kultur.

Das Heilige Jahr findet in Santiago de Compostela statt, wenn der Tag des Heiligen Jakobus auf einen Sonntag fällt, wie dies vor einer Woche der Fall war. Wegen der Corona-Pandemie hat der Papst das Heilige Jahr bis 2022 verlängert. Traditionell gehen in diesen Jahren noch mehr Menschen als sonst auf Pilgerreise. Jakobus war einer der ersten Jünger Jesu und wurde 43 nach Christus hingerichtet. Er wird mit Muschel und Pilgerstab dargestellt. Ob seine Gebeine tatsächlich in Santiago de Compostela beigesetzt wurden, ist unklar.

„Der Jakobsweg beginnt vor Deiner Haustür“ sagt ein Pilgersprichwort. Tatsächlich gibt es in ganz Europa Jakobswege, schließlich sind die Pilger früher wirklich von zu Hause losgelaufen. Durch den Kreis Esslingen führen von Rothenburg ob der Tauber bis Rottenburg am Neckar zwei verschiedene Jakobswege, eine weitere Variante beginnt in Neresheim und führt ebenfalls nach Rottenburg.

Alle drei Routen stellt Wegepate Rainer Hauenschild in den nächsten Wochen im Teckboten zum Nachwandern vor.ist

Rainer hauenschild, Jakobsweg, Pilgerwart, pilgern, auf dem Marktplatz Plochingen
Rainer hauenschild, Jakobsweg, Pilgerwart, pilgern, auf dem Marktplatz Plochingen
Die Jakobskirche in Bodelshofen war im Mittelalter eine wichtige Sammelstelle für Pilger. Heute gibt’s dort den begehrten Pilger
Die Jakobskirche in Bodelshofen war im Mittelalter eine wichtige Sammelstelle für Pilger. Heute gibt’s dort den begehrten Pilgerstempel.Foto: Markus Brändli
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