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Post-Covid-Syndrom: Mediziner fürchten Welle

Über Langzeitfolgen von Covid-19 ist wenig bekannt. Ärzte und Gesundheitspolitiker fürchten eine Welle chronisch Kranker, um die sich das Gesundheitssystem dauerhaft wird kümmern müssen. Verlässliche Zahlen gibt es zurzeit nicht. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) benötigen etwa 40 Prozent der klinisch behandelten Covid-Patienten dauerhaft Unterstützung bei dem, was Mediziner als „Post-Covid-Syndrom“ bezeichnen. Mehrere Studien zeigen, dass mehr als die Hälfte der Patienten, die mit Covid-19 im Krankenhaus lagen, auch acht oder mehr Wochen nach der Entlassung unter Symptomen leiden.

Einer der Ersten, die das Problem erkannt haben, ist der Klinik-Psychologe Günther Diehl. Er hält die Langzeitfolgen von Covid-19 für massiv unterschätzt. Diehl gründete zusammen mit der Espan-Klinik in Bad Dürrheim eine der ersten Selbsthilfegruppen in Baden-Württemberg. Der Psychologe fordert eine politische Strategie im Umgang mit Langzeiterkrankten. Sonst würden unser Gesundheitssystem und die Arbeitswelt bald überrollt, fürchtet er.

Betroffene haben sich inzwischen an den Petitionsausschuss im Bundestag gewandt. Sie fordern unter anderem eine zentrale Koordinierungsstelle, fachübergreifende Leitlinien und öffentliche Anerkennung bei Arbeitsunfähigkeit.

Immer mehr Selbsthilfegruppen entstehen inzwischen bundesweit in größeren Städten. Bei „KISS“ in Stuttgart gibt es eine Post-Covid-Plattform, die Betroffene betreiben. Kontaktpersonen sind Otto Rommel (01 51-19 08 90 73) und Edgar Wichtler (01 71-3 33 31 09).bk

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