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Pumpstationen oder gesonderter Kanal?

Die elf Häuser die im hinteren Bereich des Heerwegs unterhalb der Straße liegen, sind an einen separaten Kanal angeschlossen, der durch ihre Gärten führt. Die Gemeinde möchte ihn stilllegen und auf jedem der Grundstücke eine Pumpstation installieren, die das Abwasser zum oberen Kanal schafft. Das Regenwasser müssten die Hausbesitzer auf ihrem Grundstück entwässern. Nach dem Bau gehen die Anlagen in den Besitz der Eigentümer über. „Solche Pumpen funktionieren weitgehend ohne Wartung“, sagte der Planer Wolfgang Bürkle. Bei einem Vier-Personen-Haushalt verursache die Anlage jährlich rund 30 bis 40 Euro Stromkosten. Die Alternative zu den Pumpen ist eine Erneuerung des bisherigen Abwasserkanals.

An der bevorzugten Variante der Gemeinde entzündete sich eine ausgiebige Debatte: Gemeinderat Karl Boßler fürchtete die Schaffung eines Präzedenzfalls, wenn die Pumpstationen von der Allgemeinheit bezahlt werden. Da es in Lenningen keine vergleichbare Situation gibt, teilte Bürgermeister Schlecht diese Sorge nicht. Die Hausbewohner könnten ihre Gärten überdies besser nutzen. „Wenn man das Gebiet jetzt bebauen würde, würde man es genau mit solchen Pumpen machen.“ Dr. Ulrich Jaudas sprach sich dagegen aus, mit einem erneuerten Kanal eine doppelte Infrastruktur aufrechtzuerhalten. Falk Kazmaier vermisste ein Stimmungsbild der Eigentümer. Schließlich einigte sich das Gremium auf die von der Verwaltung favorisierte Variante, um Wolfgang Bürkle weitere Untersuchungen zu ermöglichen. Die Gemeinde sucht nun das Gespräch mit den Besitzern der elf betroffenen Häuser. Im Anschluss entscheidet das Ratsgremium, welche der beiden Alternativen zum Zug kommt. ank


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