Infoartikel

Rassistische Beleidigungen und körperliche Gewalt schockieren die Szene

Erster Eklat in der gerade erst begonnen Saison im Fußballbezirk. In der Bezirksliga-Partie zwischen dem TSV Neckartailfingen und dem TV Nellingen soll es zu einer verbalen Entgleisung mit rassistischem Inhalt seitens eines oder mehrerer Neckartailfinger Zuschauer gegenüber Gästekapitän Steven Helaimia gekommen sein.

Respektabel, wie offensiv der TSV Neckartailfingen mit dem Thema unter der Woche umging. „Wir bedauern sehr, dass Steven Helaimia von mindestens einem Zuschauer durch nicht zu tolerierende, rassistische Rufe angegriffen wurde“, lautet das offizielle Statement des Klubs, der sich in aller Form bei Helaimia und dem gesamten Nellinger Team entschuldigte und das Vergehen „in aller Schärfe“ verurteilte.

Im Nachbarort Neckar­tenzlingen folgte am Donnerstag die nächste Entgleisung - diesmal körperlich. In der 60. Minute zückte Schiedsrichter Jonah Hanak in der Partie des TSV Neckartenzlingen gegen den TSV Raidwangen II die Rote Karte gegen TSVN-Akteur Patrick Mestek. Der 39-Jährige soll dem Schiedsrichter laut Polizeibericht daraufhin von vorne mit gestrecktem Bein gegen den Oberkörper gesprungen sein und danach versucht haben, den am Boden liegenden Hank zu treten. „Die Brille flog dem Schiedsrichter aus dem Gesicht und er fiel auf den Boden“, berichtet Rainer Hess, Co-Trainer der Raidwangener. 

Gedankenschnell habe sich Neckartenzlingens Torwart David Coconcelli schützend vor den Schiedsrichter geworfen und weitere Tritte des mit Rot Sanktionierten verhindert. „Wir waren alle geschockt“, sagt Hess, ebenso wie auch die anderen Neckartenzlinger Spieler sowie die Betreuer. Der 20-jährige Hanak, der für den VfB Neuffen pfeift, musste das Match verletzungsbedingt abbrechen. Schlussendlich rückte die Polizei an. Der TSV Neckartenzlingen kündigte ein Sportplatzverbot sowie den Rauswurf des Akteurs aus dem Verein an. Strafrechtliche und sport­rechtliche Konsequenzen dürften folgen.

Große Sorgen rufen die aktuellen Berichte bei Steffen Müller, Chef der Schiedsrichtergruppe Nürtingen, hervor. „Jeder unsportliche Vorfall ist einer zu viel und schadet unserem Fußball“, sagt er. rei

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