Kirchheim

Schultheiß ist Feuer und Flamme fürs Ehrenamt

Verabschiedung Nach 17 Jahren kommt es zu einem Wechsel an der Spitze der Kirchheimer Wehr.

Stadtbrandmeister Roland Schultheiß (vorne) übergibt das Führungsamt an Michael Briki (links hinten). Kreisbrandmeister Bernhard
Stadtbrandmeister Roland Schultheiß (vorne) übergibt das Führungsamt an Michael Briki (links hinten). Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich (rechts hinten) und Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker dankten Schultheiß für sein Engagement. Foto: Haußmann

Kirchheim. 17 Jahre war Stadtbrandmeister Roland Schultheiß die treibende Kraft der Freiwilligen Feuerwehr (FW) Kirchheim. Damit leitete er die Geschicke der Abteilungen Stadtmitte, Ötlingen, Lindorf, Jesingen und Nabern länger als jeder seiner Vorgänger. Bei der Jahreshauptversammlung übergab er altersbedingt den Führungsstab an Michael Briki.

Zu den Rettungskräften kam Roland Schultheiß 1973 im Zuge des Wehrersatzdienstes. Eigentlich wollte er nur zehn Jahre bleiben. „Das war die Zeitspanne, die man sich verpflichten musste“, erinnerte er sich. Doch dann kam alles anders: Schultheiß blieb über 46 Jahre Mitglied der Abteilung Stadtmitte. - Vier Jahrzehnte, in denen er und die Kameraden viel erlebten und bewegten.

1975 sammelte Roland Schultheiß bei Waldbränden in der Lüneburger Heide Einsatzerfahrungen. 1981 stieg er zum Oberfeuerwehrmann auf. 1984 wurde er stellvertretender Kommandant der Abteilung Stadtmitte, deren Mitglieder ihn 1992 zum Kommandanten wählten. 2003 trat er das Amt des Stadtbrandmeisters an. In den folgenden 17 Jahren prägte er die FW nicht nur in herausragender Weise, sondern auch mit jeder Menge Herzblut, wie Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker feststellte. Sie dankte ihm für sein Engagement für die Sicherheit der Bürger.

Unter Roland Schultheiß‘ Führung sind die fünf Abteilungen stärker zusammengewachsen. „Er war Garant für eine stabile Wehr und verstand seine Arbeit im Teamgedanken“, sagte Bernd Müller, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Esslingen-Nürtingen. So waren er und die Kameraden 2015 sofort zur Stelle, als das Landratsamt Esslingen bei der Unterbringung von Flüchtlingen in der Kreissporthalle Hilfe benötigte. Ein wichtiges Ereignis in seiner Amtszeit war auch die 2014/2015 durchgeführte Strukturanalyse bei der FW. Einsätze erlebte Roland Schultheiß viele, aber dass er seine Tochter nach einem Unfall aus einem Auto retten musste, wird er nie vergessen.

2014 wurde er vom Kreistag zum Stellvertreter von Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich gewählt. Auf Kreisebene brachte er sein Know-how aber schon seit 1985 ein: Als Kreisausbilder für Atemschutz und als Obmann für die Atemschutzausbilder. So hat er laut Bernhard Dittrich bis dato die Ausbildung von rund 5000 Atemschutzgeräteträgern mitgeprägt.

Eines steht fest: Roland Schultheiß war Feuer und Flamme für das Ehrenamt. Denn in Lehrgänge, Sitzungen, Tagungen und vieles mehr hat er auch manchen Urlaubstag investiert. Für sein Engagement heftete ihm Bernd Müller das Ehrenkreuz in Gold ans Revers. Angelika Matt-Heidecker erhielt eine Ehrenmedaille. „Denn ihr war die FW immer viel wert und sie pflegte einen offenen Umgang mit ihr“, wie Müller betonte.

Kirchheims neuer Stadtbrandmeister, Michael Briki, ist seit 36 Jahren bei der Abteilung Stadtmitte. Acht Jahre war er stellvertretender Stadtbrandmeister. Er betonte: „Die Strukturanalyse vor einigen Jahren warf Fragen zu unserer dezentralen Struktur auf. Ich bekenne mich klar zu allen fünf Abteilungen.“ Als große Zukunftsaufgabe sieht er die Vorbereitung auf einen Blackout. Außerdem will er die FW für die Bewältigung von Unwetterschäden rüsten. Thema wird auch die Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung im Albvorlandtunnel sein. Im April werden die ersten Führungskräfte in der Schweiz für Einsätze in unterirdischen Tunnelanlagen geschult: „Ihr Know-how geben sie dann an die Kameraden weiter.“

Michael Grininger wurde zum stellvertretenden Stadtbrandmeister gewählt. - Eine Aufgabe, die er nun mit Andreas Bezler zusammen ausfüllt. Dessen Amtszeit läuft noch bis 2022. Roland Schultheiß dankte allen Feuerwehrleuten, befreundeten Hilfsorganisationen, der Polizei, der Stadtverwaltung und dem Landratsamt für die Unterstützung und die Zusammenarbeit. Daniela Haußmann

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