Kirchheim

Situation in Kliniken bleibt angespannt

Corona ­Intensivstationen im Kreis sind an der ­Kapazitätsgrenze. Viele Pflegekräfte befinden sich zudem in Quarantäne.

Archiv-Foto: Britt Moulien

Kreis. Die Corona-Situation in den Kliniken im Landkreis Esslingen bleibt angespannt. Während die Zahl der Patienten steigt, müssen die Kliniken auf viele Mitarbeiter verzichten, die sich in Quarantäne befinden. Laut DIVI-Intensivregis­ter gibt es aktuell (Stand Dienstag, 12. Januar) noch sechs freie Intensivbetten im gesamten Landkreis Esslingen. Von insgesamt 61 Plätzen sind 55 belegt. „Wir sind an unserer Kapazitätsgrenze“, bestätigtr Iris Weichsel, Pressesprecherin der Medius-Kliniken am Montag. An den drei Standorten Kirchheim, Nürtingen und Ruit waren Stand gestern alle 36 Intensivbetten belegt, darunter sieben Corona-Fälle, von denen sechs beatmet werden. Dennoch müsse niemand befürchten, im Notfall nicht behandelt zu werden. „Intensivpatienten werden derzeit verlegt. Dabei arbeiten wir eng mit anderen Kliniken zusammen“, so Weichsel. Seit Mitte Dezember haben die Medius-Kliniken rund 100 Patienten in anderen Krankenhäusern untergebracht, dadurch werden Kapazitäten freigehalten. Für zwei Drittel konnte man einen Platz in Kliniken in der näheren Umgebung finden. Insgesamt werden in den drei Medius-Kliniken derzeit 60 mit dem Coronavirus infizierte Personen behandelt. „Das ist sehr viel, auch wenn die Zahl etwas zurückgegangen ist. Zwischen den Feiertagen waren es 77 Infizierte“, so Weichsel. Erschwerend kommt hinzu, dass immer wieder Personal in Quarantäne geschickt werden muss. Stand Dienstagabend befanden sich 49 Mitarbeiter der Medius-Kliniken in häuslicher Isolation.

Von einer „sehr angespannten Lage“, berichtet auch Anja Dietze, Pressesprecherin des Klinikums Esslingen. Maximal zehn Intensivbetten für Covid-Patienten könne man in Esslingen zur Verfügung stellen, davon sind derzeit sieben belegt. Zu diesen sieben Infizierten mit schwerem Krankheitsverlauf kommen noch 32 hinzu, die sich auf der Isolationsstation befinden. In Esslingen befinden sich derzeit knapp 50 Mitarbeiter in Quarantäne. „Die meisten davon wurden positiv auf Corona getes­tet“, sagt Dietze. In den kommenden Tagen stellt man sich auf mehr Infizierte ein. „Die Menschen, die sich vielleicht an Silvester angesteckt haben, kommen jetzt erst. Wir haben das im Blick.“ Eine medizinische Unterversorgung müsse aber derzeit niemand befürchten, versichert sie. Allein durch den guten Austausch mit anderen Kliniken sei dies gewährleis­tet. Dennoch werden in Esslingen wie in den Medius-Kliniken keine Operationen durchgeführt, die keinen Notfall darstellen. Den Gang ins Krankenhaus sollte man dennoch nicht scheuen: „Es ist nicht sinnvoll, dass die Leute zu Hause bleiben, wenn sie Beschwerden haben.“Matthäus Klemke/zap


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