Infoartikel

Solidarität zeigen und Hilfe holen

Nachbarschaft: Der Bundesverband der Frauenhäuser appelliert angesichts der Corona-Epidemie an eine solidarische Nachbarschaft, „auch und gerade bei häuslicher und sexualisierter Gewalt“. Wichtig sei es, nicht wegzuschauen, sondern Zivilcourage zu zeigen, Betroffenen Hilfe anzubieten und sich selbst über Hilfsangebote zu informieren. „Alle, die sich Sorgen um betroffene Frauen oder Kinder machen, können telefonisch oder online Kontakt halten“, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbands. Wer Zeuge von Gewalteskalationen wird, sollte die Polizei rufen, die den Täter für einige Tage der Wohnung verweisen kann. Wer in Sorge um ein Kind ist, kann sich zudem telefonisch Unterstützung holen.

Häusliche Gewalt: Auch Barbara Straub, städtische Beauftragte für Chancengleichheit, rechnet damit, dass es durch die Corona-Epidemie zu mehr Fällen von häuslicher oder sexualisierter Gewalt kommt. „Wenn Familien eng aufeinandersitzen, birgt das ein hohes Konfliktpotenzial“, sagt sie. „Aus China weiß man, dass sich die offiziellen Zahlen verdreifacht haben. Und aus Italien und Spanien kommen ähnlich dramatische Zahlen.“ Dass die Situation auch hierzulande kritisch ist, zeige die Statistik der bundesweiten „Nummer gegen Kummer“. Dort verzeichne man einen Anstieg um 21 Prozent. Der Chat für Kinder und Jugendliche werde um 26 Prozent häufiger genutzt.

Hilfsangebote: Barbara Straub hat sofort auf die gestiegenen Zahlen reagiert und einen Flyer zusammengestellt, auf dem sämtliche Hilfsangebote in Esslingen und der Region sowie bundesweite Hilfetelefone zu finden sind: vom Esslinger Frauenhaus über Wildwasser, die Traumaambulanz am Klinikum Esslingen und Fachberatungsstellen des Landkreises bis hin zur in Stuttgart ansässigen Beratungsstelle Yasemin, die jungen Migrantinnen Hilfe anbietet, sowie der „Nummer gegen Kummer“.

Flyer: Den Flyer gibt es sowohl digital als auch in gedruckter Form. Digital kann er unter www.Esslingen.de/chancengleichheit heruntergeladen werden. In gedruckter Form wird er in Esslingen bei Bäckern, Metzgern, Lebensmittelmärkten und Apotheken ausliegen. Zudem kann man bei Barbara Straub gedruckte Flyer anfordern dw

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