Infoartikel

Sonderfall Gambia

Der Kreis Esslingen setzt bei Geflüchteten aus Gambia verstärkt auf eine freiwillige Rückkehr in ihr Heimatland. Baden-Württemberg ist Schwerpunktaufnahmeland für Menschen, die vor Unterdrückung und politischer Verfolgung aus dem westafrikanischen Staat geflüchtet sind.

Der Machtwechsel Anfang 2017 hat die Lage dort nach Meinung vieler Politiker stabilisiert. Hilfsorganisationen und Menschenrechtler sehen das anders. Der neue Staatspräsident Adana Barrow hat vor drei Tagen angekündigt, die Todesstrafe abschaffen zu wollen.

Im Landkreis leben derzeit 1 100 Menschen aus Gambia. Das ist ein Viertel all derer, die seit Beginn der Flüchtlingskrise 2014 aus diesem Land in Baden-Württemberg Zuflucht gefunden haben. Ihre Chancen auf dauerhaftes Asyl stehen schlecht, die Anerkennungsquote liegt bei unter fünf Prozent. Abschiebungen sind trotzdem die Ausnahme. Die überwiegende Mehrheit ist geduldet.

Bund und Land verstärken ihre Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen vor Ort, um Strukturen aufzubauen, die Rückkehrern eine sichere Existenzgrundlage bieten sollen. Das erfordert vor allem Zeit. Die Rückkehrberatung des Landkreises Esslingen hilft bei der Beschaffung von Dokumenten, bei medizinischer Versorgung, bei der Reiseplanung und berät über mögliche Starthilfen und Existenzgründungen im Heimatland. Die Beratung ist freiwillig, vertraulich und ergebnisoffen. bk

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