Kirchheim

Stadt saniert die Reutlinger Straße

Wohnungsbau Kirchheim will in den kommenden Jahren insgesamt sieben Millionen Euro in den Neu- und Umbau von fünf Gebäuden an einem neuralgischen Punkt Ötlingens stecken. Von Andreas Volz

Das Haus vorne links wird abgerissen, die drei weiteren Gebäude stehen zur Generalsanierung an.Foto: Carsten Riedl
Das Haus vorne links wird abgerissen, die drei weiteren Gebäude stehen zur Generalsanierung an. Foto: Carsten Riedl

Städtischer Wohnungsbau ist keine Erfindung der vergangenen zwei, drei Jahre. Derzeit handelt es sich allenfalls um eine Renaissance, die nur deswegen im großen Stil nötig ist, weil die öffentliche Hand das Bauen von Wohnhäusern viel zu lange vernachlässigt hatte. Viele dieser Bauten stammen noch aus den 1950er- und 1960er-Jahren.

In der Reutlinger Straße in Ötlingen wird das jetzt zum doppelten Problem: Die Gebäude an der Südseite mit den Hausnummern 13 bis 21 sind inzwischen so marode, dass sie saniert oder sogar komplett neu gebaut werden müssen. Die Stadt Kirchheim muss an dieser Stelle also viel Geld in die Hand nehmen, um neuen Wohnraum zu bauen oder vorhandenen umzugestalten - ohne dass dadurch wirklich neue Wohnungen entstehen. Es geht lediglich darum, den Bestand an Wohnungen zu erhalten. Insgesamt sind es 52 Wohnungen, die sich hinter den genannten fünf Hausnummern in der Reutlinger Straße verbergen.

Bei den drei höheren Hausnummern sind derzeit alle 28 Wohnungen belegt. In den verbleibenden 24 Wohnungen in 13 und 15 wohnen aktuell 47 Personen, die zum großen Teil als Notfälle dort eingewiesen wurden. Die Belegung wird sich in den nächsten Jahren aber ändern: Gerade die langgestreckten Gebäude 13 und 15 sollen komplett neu errichtet werden. Sobald die Neubauten stehen, geht es darum, die anderen drei Gebäude nach und nach zu sanieren. So bleiben also immer zwei Gebäude vollständig bewohnbar, während das dritte gerade saniert wird.

1957 war das Gebäude mit den Hausnummern 13 und 15 erstellt worden. Seither ist nicht mehr viel geschehen, um die Substanz zu sichern. Ein Gutachten von 2016 kommt zu dem Ergebnis, dass die Sanierung 4,63 Millionen Euro kosten würde, während der Neubau mit 3,95 Millionen Euro veranschlagt ist. Neu zu bauen ist also in jeder Hinsicht der sinnvollere Weg. Allerdings wird sich dieser Weg nicht ganz so schnell beschreiten lassen: Im Haushalt für 2019 sind keine Mittel eingestellt, und außerdem geht die Stadtverwaltung wegen Baukostensteigerungen ohnehin nicht mehr von knapp vier, sondern von fünf Millionen Euro für den Neubau aus. 2019 soll die Verwaltung also erst einmal ein Umsetzungsverfahren erarbeiten. Außerdem wird die Reutlinger Straße Thema der nächsten Investitionsklausur des Kirchheimer Gemeinderats.

Stadt erwartet hohe Zuschüsse

Einen Großteil der Gesamtsumme könnte die Stadt als Zuschuss erhalten, weil die Reutlinger Straße im Sanierungsgebiet Ötlingen liegt. In diesem Fall aber ist Eile geboten: Das Sanierungsprogramm läuft Ende April 2020 bereits aus. Die Verwaltung müsste also beantragen, das Programm um zwei Jahre zu verlängern.

Bei den Gebäuden 17 bis 21 sieht es ein wenig anders aus: Sie stammen aus dem Jahr 1960 und sind vor über zehn Jahren mit neuen Fenstern sowie mit Gas-Etagenheizungen versehen worden. Eine Generalsanierung rechnet sich wirtschaftlich. Sie ist aber auch dringend erforderlich. Im Haushalt 2019 sind dafür bereits zwei Millionen Euro vorgesehen - die bis einschließlich 2021 verwendet werden sollen. Nur sollte bis dahin bereits der Neubau nebenan stehen, weil dort übergangsweise Ersatzwohnungen während der Sanierung zu nutzen sind.

Weitere Pläne sehen vor, außer Neubau und Sanierung der vorhandenen Gebäude noch zusätzlichen Wohnraum zu schaffen - und zwar auf dem alten Güterbahnhofsgelände zwischen Reutlinger Straße und Bahnschienen. Das wird sich aber noch lange hinziehen, denn das Bebauungsplanverfahren beginnt gerade erst.

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