Kirchheim

Statt Budenzauber ist Reparieren, Aufräumen und Stillhalten angesagt

Auch Reinhard Segatz’ (rechts) Besen im Stadel gibt es 2020 nicht. Foto: Markus Brändli
Auch Reinhard Segatz’ (rechts) Besen im Stadel gibt es 2020 nicht. Foto: Markus Brändli

Lockdown Wenn Weihnachten vor der Tür steht, hat der Kirchheimer Gastronom Reinhard Segatz üblicherweise alle Hände voll zu tun: Jahr für Jahr organisiert er in Kirchheim den Adventskalender am Rathaus und den Weihnachtsmarkt mit. Im Stadel seines Hirschgartens geht auch im Herbst mal eine Betriebsfeier über die Bühne - oder die Hütte verwandelt sich in eine Besenwirtschaft. 2020 ist aber alles anders: Aufgrund der Corona-Pandemie gibt es keinen Adventskalender, keinen Budenzauber und keine Feiern. Langweilig wird es Reinhard Segatz in Zeiten des Teil-Lockdowns trotzdem nicht. „Wir machen handwerklich im Hirschgarten immer viel selber“, erzählt er. Genau dafür nutzt er auch jetzt seine freie Zeit. Dieses Jahr repariert Segatz aber nicht nur kaputte Stuhllehnen und macht die Stadel-Küche winterfest. Er hat sich auch ein Gebäude vorgeknöpft, das er als Werkstatt und Lager nutzt. „Da stand so viel herum, dass man nur noch auf einem kleinen Pfad laufen konnte“, erzählt er. Tagelang hat der Gastronom dort aufgeräumt, ausgemistet und Container mit Dingen gefüllt, die er nicht mehr braucht: „Jetzt haben wir einen ganzen Platz statt eines Pfads“, freut er sich. Parallel dazu baut er daheim - ganz nach den Wünschen seiner Frau - einen neuen Küchenschrank samt Arbeitsplatte. „Vielleicht hätte ich ja Handwerker werden sollen“, sagt der Gastronom augenzwinkernd. Nach einer Reise zur Mecklenburgischen Seenplatte im Oktober gilt es zudem, das Wohnmobil winterfest zu machen. Dass es zur Eindämmung der Corona-Pandemie dieses Jahr Stillhalten statt Bewirten heißt, findet er in Ordnung: „Dann werfe ich eben zu Hause ein paar Holzscheite in den Ofen und trinke da meinen Glühwein.“ Bianca Lütz-Holoch


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