Infoartikel

Stimmen aus dem Gemeinderat

Bürgermeister Michael Schlecht plädiert für die verkehrsfreundliche Version. „Sonst holen wir uns fahrtechnische Probleme ins Haus.“ Noch sei nicht absehbar, wann im „Lüxen“ gebaut werden kann. Für nächstes Jahr ein Haus zu bestellen, wäre falsch.

Armin Diez begrüßt den Umgang mit der schwierigen topografischen Situation und unterstützt den Verwaltungsvorschlag: „Die Parkmöglichkeiten wären bei der anderen Variante grenzwertig.“

Karl Boßler äußert vielerlei Bedenken. Kritik übt er an Teilen der Erschließung. Manche Gebäude seien schwierig anzufahren, und er befürchtet, dass sich das Parken in angrenzende Wohngebiete verlagert.

Dr. Ulrich Jaudas spricht sich klar gegen den Verwaltungsvorschlag aus: „Wenn der ‚Lüxen‘ ein Wohngebiet sein soll, müssen wir an den Wohnhöfen festhalten. Sobald die Wohnhöfe verbunden sind, bekommen wir ein Fahrgebiet.“

Michaela Gernert findet die „Obstgärten“ sehr heimelig und plädiert auch dafür, sie nicht zu verbinden. Um Hochwasser vorzubeugen, solle möglichst wenig versiegelt werden.ank

Sträßchen verbinden die Wohnhöfe​

Der städtebauliche Entwurf sieht im „Lüxen“ eine lockere Bebauung mit unterschiedlichen Firstrichtungen in drei Reihen vor. Die
Der städtebauliche Entwurf sieht im „Lüxen“ eine lockere Bebauung mit unterschiedlichen Firstrichtungen in drei Reihen vor. Die drei Wohnhöfe bilden den Markenkern des Gebiets. Erstmals ist der Gemeinderat nach einer zweimonatigen Corona-Pause wieder zusammengekommen (kl. Foto). Um genügend Abstand zwischen den Räten herstellen zu können, fand die Sitzung in der Unterlenninger Sulzburghalle statt. Foto: mharchitekten

Drei sogenannte „Obstgärten“ sind Kern des Wohngebiets „Lüxen“, das in Brucken südlich des Rinnenwegs entsteht. Im Herbst hatte der Gemeinderat das städtebauliche Konzept des Büros mharchitekten zum Sieger eines Wettbewerbs gekürt. Noch nicht ganz zufrieden waren die Räte jedoch mit der kleinteiligen Erschließung des Gebiets. Deshalb haben die Stuttgarter Planer weiter an dem Entwurf gefeilt und nun zwei Alternativen vorgelegt.

Auf Vorschlag der Verwaltung entschied sich das Ratsgremium für eine Variante, die dem Verkehr etwas mehr Raum zubilligt. So sind die drei „Obstgärten“ oder Wohnhöfe durch Sträßchen verbunden. Das ermöglicht beispielsweise Müllfahrzeugen oder Umzugslastern, bequemer an die Häuser heranzufahren. Vorgesehen ist eine aufgelockerte dreizeilige Bebauung überwiegend mit Einfamilien- aber auch mit Doppelhäusern. „Eine Herausforderung ist die anspruchsvolle Topografie“, sagt die Freie Architektin und Stadtplanerin, Ute Michaelsen. Um fast ebene Gärten hinzubekommen, erfolgt der Versatz in den Gebäuden. Das wiederum ermöglicht vielfach in den Hang beziehungsweise in die Häuser verlagerte Garagen. Ein kleinerer, als Wendehammer dienender Platz, grenzt das Gebiet Richtung Osten ab. Er soll - wie die Flächen vor den Häusern - zudem den Kindern als Spielfläche dienen. Das Lüxenwegle auf der Südseite bleibt als nicht befahrbarer Weg erhalten. Insgesamt sind 44 Wohneinheiten und eine Handvoll öffentlicher Stellplätze vorgesehen. Bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung bekam dieser Vorschlag die Mehrheit des Ratsgremiums. Auf der Grundlage dieses städtebaulichen Entwurfs sollen nun die Erschließungsplanung und der Bebauungsplan erstellt werden.

Weniger verkehrsfreundlich hatte sich die Alternative präsentiert: Mülltonnen hätten Anlieger der Wohnhöfe zumindest am Tag der Leerung an die 30 bis 40 Meter entfernte Straße bringen müssen. Ein Pluspunkt wären dagegen nicht einsehbare Gärten gewesen.

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