Infoartikel

Stuttgart holt Bäckereien, Ketten und Mensen ins Boot

Die Landeshauptstadt legt bei der Einführung ihres Pfandbechersystems Wert darauf, dass diejenigen, die es verwenden, ein Wörtchen mitreden dürfen. „Wir haben uns mit allen Bäckereifamilien zusammengesetzt und gefragt, was sie brauchen“, sagt Torsten von Appen von der Abteilung Wirtschaftsförderung der Stadt Stuttgart.

Über eine Fachjury eingebunden sind in die Entscheidung über das wirtschaftlichste und beste Konzept aber nicht nur die Stadt und die Bäckereien. Auch Ketten wie Mc Donald‘s und Yorma‘s, das Fraunhofer Institut, die Stuttgarter Hochschulen und die Deutsche Bahn sind in dem Gremium vertreten.

Geplant ist ein nachhaltiges Kreislaufmodell mit großem Teilnehmerpool. Cafés, Bäckereien und Mensen erhalten mehrfach verwendbare Becher und geben sie gegen Pfand an die Kunden aus. Diese können die Becher dann bei allen Teilnehmern und an Pfandautomaten zurückgeben. Gespült und wieder verteilt werden die Becher vom Dienstleister.

Studenten der dualen Hochschule Stuttgart haben in einer Studie untersucht, wo welche Mengen an Coffee-to-Go-Bechern gebraucht werden. Eines der Ergebnisse: Hauptnutzer sind die Studenten. „Das Studierendenwerk Stuttgart kauft jedes Jahr eine Million Einwegbecher ein“, so von Appen.

Wer Dienstleister in Stuttgart wird, entscheidet ein europaweiter Wettbewerb. Die Bewerbungsfrist ist vergangene Woche zu Ende gegangen. Ist ein geeigneter Anbieter dabei, soll er Anfang Mai den Zuschlag bekommen. Geplant ist, die Mehrwegbecher bis zum Sommer einzuführen.

Pfandbechersysteme gibt es in zahlreichen deutschen Städten. Esslingen etwa hat den „Esslinger Stadtbecher“ eingeführt. Teilnehmende Betriebe geben die Becher gegen zwei Euro Pfand aus, nehmen sie auch zurück und spülen sie. In Freiburg lancierte der Abfallwirtschaftsbetrieb zusammen mit Café-Betreibern den „FreiburgCup“. München, Rosenheim und Hamburg arbeiten mit dem Unternehmen „ReCup“ zusammen, das mit Cafés in vielen deutschen Städten kooperiert. In Göttingen gibt es das Unternehmen „FairCup“, das 2016 als Schülerprojekt startete.bil

Anzeige