Infoartikel

Tanzverband kritisiert Politik

In einem offenen Brief melden sich die Tanzschulen zu Wort. Die Information von Bundeskanzlerin Angela Merkel sei erschreckend, dass 75 Prozent der Infektionsquellen von Covid-19 nicht mehr nachvollzogen werden können, schreibt Christoph Möller, Präsident von Swinging World, dem Unternehmensverband der Tanzschulen.

Die Folge: Ein erneuter „Lockdown light“, vom dem nicht zuletzt auch die Tanzschulen im Land und somit auch im Kreis Esslingen ein weiteres Mal betroffen sind. Wieder gehören sie zu den Einrichtungen, die ihre Türen komplett schließen mussten. Als „zynisch“ bezeichnet Möller die Tatsache, dass sich praktisch alle Tanzschulen des Verbands im Sommer mit intensiven Hygienekonzepten und entsprechenden Schulungen ihrer Mitarbeiter gerüstet und diese während der Öffnungszeit nach dem ersten Lockdown auch erfolgreich umgesetzt hätten.

Die Forderung: Nicht alle öffentlichen Einrichtungen über einen Kamm zu scheren. So kenne jede Tanzschule ihre Kunden genau, deren Rückverfolgung sei so im Fall der Fälle immer gewährleistet. „Und jetzt sollen wir genauso unter den Einschränkungen leiden wie andere Bereiche. Zum Beispiel in der Gastronomie, wo Kunden einen Zettel ausfüllen, dessen Richtigkeit der Angaben gewiss für das Personal nicht überprüfbar sind. Hier ist die Politik aufgefordert, sinnvoll zu differenzieren“, appelliert Christoph Möller, „jetzt mit allen anderen über einen Kamm geschoren zu werden, würde bedeuten, Äpfel mit Birnen zu vergleichen und kann nicht richtig sein.“

Die Branche sei akut bedroht. Bereits jetzt klagen die Unternehmen über Verluste in hoher zweistelliger Millionenhöhe. 80 Prozent sähen das Weiterbestehen ihrer Unternehmen akut gefährdet, schreibt Christoph Möller: „Tanzschulen nehmen eine entscheidende Funktion für die geistige, soziale und körperliche Gesunderhaltung der Menschen in unserer Gesellschaft ein. Eine behördliche Schließung der Tanzschulen in der eigentlichen Hochsaison ist ein verheerendes Signal.“ eis

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