Kirchheim

„Und falls ein Wetter launig ist, ...“

Konzert „Singin‘ in the Rain – Lieder von heiter bis wolkig” nahm sich der „SingOutChor“ Kirchheim den musikalischen Wetterkapriolen an. Von Sabine Ackermann

Er entwickelte mit Enthusiasmus musikalische Stürme, Regen und Schnee, aber auch milden Sonnenschein und romantische Brisen: der
Er entwickelte mit Enthusiasmus musikalische Stürme, Regen und Schnee, aber auch milden Sonnenschein und romantische Brisen: der „SingOutChor“ Kirchheim. Foto: Sabine Ackermann

Eine Frage blieb letztlich von den etwas 130 Besuchern der Waldorfschule in Kirchheim an diesem Abend unbeantwortet: „Singen Sie lieber unter der Dusche oder im Regen?“ Gestellt hat sie der „Sing­OutChor“ aus Kirchheim, der von sich behauptet: „Wir besingen gerne alle Wetterlagen von heiter bis wolkig, auch wenn es regnerisch ist.“

Doch bevor es so weit war, stimmte ein Sinnspruch des Autors Milbradt auf das Lieblingsthema vieler Menschen ein: „Vom Wetter will man allgemein, es soll für uns gut passend sein. Ganz wichtig, dass es existiert, damit es zu Gesprächen führt. Und falls ein Wetter launig ist, wenn‘s fehlt, es würde sehr vermisst.“

Mit dem Opener „Parkplatzregen“ gings‘s los. Pfiffig gelöst, wie der Niederschlag aufgrund akustischer Geräusche immer heftiger vom Himmel prasselte. Anfangs leicht tröpfelnd durch Schnalzen und Schnippen, darauf folgte ein Wolkenbruch, perfekt mit kräftig an die Oberschenkel klopfenden Händen. „Da braut sich über die Bürgerseen bis nach Ötlingen was zusammen“, stellte „Wetterfee“ Sonja „Kleinert“ Hofmann fest. Wie im TV-Studio stand sie neben ihrem Kollegen, „Nachrichtensprecher“ Wolfgang Ost, und zeigte auf ihre „moderne“ Wetterkarte. „Schön, dass wir im Trockenen sitzen . . .“ stand sinnigerweise auf dem Flyer, der den Zuschauern das Musikprogramm ankündigte.

Und für dieses hatte Chorleiterin Maria Martinez Gabaldon mit ihren 24 Sängerinnen und 12 Sängern vorrangig englischsprachige Klassiker wie „Let my light shine bright“, „Raindrops keep fallin‘ on my head”, „Another day of sun“ sowie „On the sunny side of the street“ oder das soulige „Sunny“ eingeübt. Insgesamt elf bekannte Titel, die inhaltlich zu den unterschiedlichsten Tag- und Nachtzeiten mal mehr oder weniger mit Sonne, Regen oder Wind zu tun haben und beim rundum begeisterten Publikum wie bei den Choristen gleichermaßen Glückshormone freisetzten.

Kein Song, der nicht mit Beifall oder gar Jubelrufen honoriert wurde. Abwechslung brachten die zum Thema passenden Gedichte und Bauernregeln nebst „Reinemachefrau“ Heike Kurtz. „Egal, wie‘s Wetter wird, Kehrwoch’ isch emmer!“, hatte diese ganz nach schwäbischem Vorbild einen Besen dabei. Besonders gefühlvoll klangen „Evening rise“, ein spirituell anmutendes indianisches Lied, der Ohrwurm „California dreamin’“ von „The Mamas and the Papas“ sowie „Wind of change“. Letztere Ballade wurde als dritte Zugabe wiederholt. Ein ganz besonderes Stück war die fröhliche Weise aus dem 16. Jahrhundert „Now is the month of maying“, die beschreibt, wie vergnügte Burschen im Maien auf ihren Sackpfeifen spielen. Zu Recht gab es am Schluss jede Menge Beifall für das facettenreiche Konzert.

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