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Viel beschäftigter Tausendsassa

 

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Vincent Klink führt ein gefragtes Sterne-Restaurant, beschäftigt ein hochkarätiges Team und tritt häufig im Fernsehen auf. Er schreibt kulinarische Bücher, geht auf Lesereisen, gibt Konzerte. Ein Riesenpensum. Andrea Barner hat nachgefragt.

Stehen Sie als „Star-Koch“ eigentlich noch selber am Herd?

Vincent Klink: Ich stehe täglich zehn Stunden lang in der Küche, aber meine 25 Leute stehen nicht rum und gucken mir beim Kochen zu, sondern das ist umgekehrt. Sie erledigen die eigentlichen Kocharbeiten. Ich treibe sie an, ich lobe und korrigiere sie. Mittlerweile habe ich auch kein Problem mehr damit, zuzugeben, dass einer meiner Köche mal etwas kann, was ich noch nie gemacht habe. Wir sind die ganze Zeit am Tüfteln und Probieren. Meine Aufgabe ist vielleicht die, die ein Trainer im Fußball hat.

Wie weit ist Ihr nächstes Buch?

Klink: Ich bin gerade schwer dabei. Es soll eine Art Fortsetzung werden, nämlich „Ein Bauch spaziert durch Wien“. Zur Vorbereitung lese ich gerade ein Buch über Beethoven, 700 Seiten. Man muss einfach viel lesen. Aber natürlich „spaziere“ ich auch viel einfach so herum, das macht ja Spaß. Ich bin jetzt auch Mitglied im Wiener Musikverein. Ich werde da zwar nie mitspielen, aber es gehört einfach dazu, sich in das Wesen einzudenken, „sichhineinzuschaffen“. Das ist in Wien leichter als in Frankreich, denn der Wiener ist einfach offen.

Wo bleibt da die Familie?

Ich bin gar kein so Familienmensch. Also für die Familie bleibt höchstens eine Stunde am Tag. An den beiden Ruhetagen ist der erste Tag für die Familie, der zweite ist für mich. So hält man auch eine Ehe aus, 40 Jahre lang. Wenn Sie dauernd aufeinander hocken, funktioniert das nicht. Meine Frau und meine Tochter nehmen mir vieles ab, aber sie kritisieren mich auch täglich. Ich komme gar nicht in die Verlegenheit, wie viele andere Köche, dass ich einen Größenwahn krieg, denn ich werde jeden Tag runtergeholt.