Infoartikel

Viele Fragen vor dem ersten Piks

Ab wann wird geimpft? Ob die großen Landes-Impfzentren am 15. Dezember und die Kreis-Impfzentren am 15. Januar tatsächlich in Betrieb gehen können, hängt davon ab, ob bis dahin ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Zu Beginn werden nur Risikogruppen und systemrelevante Personen geimpft. Dazu zählen Alte und Kranke, Klinik- und Pflegepersonal, Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste, später auch Lehr- und Erziehungskräfte.

Wie schnell kommt die breite Bevölkerung zum Zug? Auch das hängt davon ab, wie schnell ein Impfstoff verfügbar sein wird, der bei normalen Kühltemperaturen gelagert werden kann. Nur dann ist es Kliniken, Pflegeeinrichtungen und Hausarztpraxen möglich, ihr eigenes Personal oder Patienten in den Praxen selbst zu impfen. Bis dahin bleiben die Kapazitäten in den Impfzentren in der Anfangsphase systemrelevanten und besonders gefährdeten Personengruppen vorbehalten.

Wer zählt zur Risikogruppe? Wer wegen seines Alters oder aufgrund von Vorerkrankungen als besonders gefährdet gilt und deshalb beim Impfen bevorzugt wird, ist eine von vielen ungeklärten Fragen. Die Kassenärztliche Vereinigung als Kostenträger und verantwortliche Stelle bei der Vergabe von Impfterminen erwartet hier klare Vorgaben von der Politik. „Auch die Frage, wie sich das überprüfen und dokumentieren lässt, muss seitens der zuständigen Ministerien noch geklärt werden“, sagt Kai Sonntag, Sprecher der KV in Baden-Württemberg. „Hier braucht es klare Leitplanken.“

Wie komme ich zu einem Impftermin? Die Termine sollen telefonisch über die kostenlose Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes vergeben werden. Die 116 117 ist nachts und an Wochenenden über die Rettungsleitstelle des DRK in Esslingen geschaltet. Wochentags laufen die Anrufe tagsüber bei der Kassenärztlichen Vereinigung auf. Über die Eingabe einer Zifferntaste sollen Impfwillige an das Callcenter der KV weitergeleitet werden, wo die Termine digital verwaltet werden. Ob die Impfpatienten wie bisher in den Corona-Abstrichzentren einen Code erhalten sollen, ist ebenfalls noch nicht abschließend geklärt.

Wie lange kann ich mich in den Impfzentren impfen lassen? Im Moment geht man im Sozialministerium davon aus, die Impfzentren ein halbes Jahr lang zu betreiben. Danach soll schrittweise die Regelversorgung über die Arztpraxen erfolgen. Virologen gehen von einer Immunität von 70 Prozent der Bevölkerung aus, um zur Normalität im Alltag zurückkehren zu können. Im Landkreis Esslingen müssten dafür etwa 380 000 Menschen über einen sicheren Impfschutz verfügen. Bernd Köble

Anzeige