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Vom Hof im Zabergäu in die weite Welt und wieder zurück

„Stallschwalben“ heißt das Buch, das Ulrike Siegel selbst geschrieben hat. Die Vögel haben sie schon als Kind fasziniert. „Die können nach Afrika fliegen - und kommen in unseren Stall zurück und fühlen sich da wohl“, wunderte sich die älteste von vier Töchtern. Heute geht es der Ländlichen Hauswirtschaftsmeisterin und Landwirtschaftsmeisterin ähnlich, die zudem in Nürtingen Agrarwissenschaften studiert hat: „Nach jeder Reise freue ich mich auf die Heimat.“ Bei Auslandsaufenthalten in Afrika, Lateinamerika und Indien stillte die Mutter zweier Kinder ihre Sehnsucht nach fremden Ländern. Außerdem war sie in den Jahren von 2003 bis 2015 die Vorstandsvorsitzende des Evangelischen Bauernwerks in Württemberg. In dieser Zeit begann sie mit der Veröffentlichung ihrer Bauerntöchter-Geschichten.

Aktuelle Themen wurden in der Zipfelbachhalle nicht ausgeklammert. Beruhigend empfindet Ulrike Siegel die Aussage von Ernst Geprägs, einst Gründer und erster Präsident des Landesbauernverbandes in Baden-Württemberg: „Der Weizen wächst im Ochsentempo.“ Das heißt, es gibt trotz Hochzüchtungen nur eine Ernte im Jahr, wie zu den Zeiten, als noch mit Tieren gepflügt wurde. „Wir Menschen haben es nicht in der Hand, ob es eine Ernte gibt. Das prägt die Bauern im Innersten. Wir wissen, dass alles irgendwie begrenzt ist - denn unbegrenztes Wachstum nennen wir Krebs“, wurde die Autorin deutlich. Über Jahrtausende war der Mensch Ackerbauer und hat gelernt, mit den Ressourcen umzugehen. Das Industriezeitalter sei dagegen ein Klacks, aber für viele Probleme innerhalb kurzer Zeit verantwortlich. ih


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