Kirchheim

Von Wien bis in den Wilden Westen

Herbstkonzert Der Musikverein Nabern begeistert die Zuhörer in der Gießnauhalle und hat an einem einzigen Abend gleich mehrere Premieren zu bieten.

Stimmungsvoll wurde es, als die Stammkapelle bei Kerzenschein ihre Darbietung begann.Foto: gö
Stimmungsvoll wurde es, als die Stammkapelle bei Kerzenschein ihre Darbietung begann.Foto: gö

In der Gießnauhalle in Nabern fand das Herbstkonzert des Musikvereins statt. Gleich mehrere Premieren konnte der Verein bieten. Zu Anfang hatte die neue Jugendspielgruppe ihren ersten Auftritt und begann mit der „Eröffnungsmusik“ von Franz Watz. Auch für die Vorsitzende des Musikvereins Sonja Ambacher war es in ihrem Amt das erste Herbstkonzert. Sie hieß alle Gäste und Abordnungen örtlicher und benachbarter Vereine willkommen, bevor die Jugendspielgruppe unter Leitung von Thomas Götzelmann fortfuhr. Das französische Volkslied „Sur le pont d´Avignon“ und das Spiritual „Let us break ­bread“ begeisterte die Zuhörer derart, dass die kleinen Künstler die Bühne erst nach zwei Zugaben verlassen durften.

In einer kurzen Pause ehrte Georg Frank, Vertreter des Kreisblasmusikverbandes Esslingen, zwei verdiente Musiker des Vereins: Ferdinand Truffner für 20 Jahre aktives Musizieren in verschiedenen Vereinen, davon seit knapp zwei Jahren beim Musikverein Nabern, und Josef „Sepp“ Janka freute sich über die Gratulationen des Verbandes und des Vereins für sage und schreibe 65 Jahre Blasmusik in Holzmaden, Nabern und der Seniorenkapelle „Herbstwind“. An Ausbildungsleiter Georg Götzelmann war es, anschließend den jüngsten Musiker der Stammkapelle, Michael Saur, für seine erfolgreiche Teilnahme an Musiklehrgängen zu ehren.

Dann gingen in der Gießnauhalle die Lichter aus: Die Stammkapelle unter Leitung von Dirigent Sven Molt – wieder eine Premiere – eröffnete nur bei Kerzenschein und spärlicher Notenpultbeleuchtung ihre Vorträge mit der Titelmelodie zur Fantasyserie „Game of Thrones“, um danach gleich einen Höhepunkt des Konzerts anzusteuern: Johann Strauß‘ „Kaiserwalzer“ zauberte Wiener Flair in die herbstlich geschmückten Betonmauern der Gießnauhalle. Sven Molt verstand es glänzend, den Strauß‘schen Charakter des Stückes mit ständigen aber verhaltenen Tempowechseln zu reflektieren. Genauso wie beim nächsten Titel: „Hindenburg“ beschreibt die tragische Reise des gleichnamigen Luftschiffes von Frankfurt am Main nach Lakehurst, USA. Mächtig gleitet der Zeppelin aus dem Hangar und nimmt Fahrt auf. Eine ruhige Reise über den Atlantik folgt, bevor sich bei einer dramatischen Ankunft in Lakehurst die Katastrophe ankündigt.

Weniger ernst, aber stilistisch nicht weniger versiert, entführte der Musikverein Nabern sein Auditorium anschließend in die Fantasiewelt des Musicals. Mit Melodien aus dem Rollschuh-Epos „Starlight Express“ von Andrew Lloyd Webber wurde die Stimmung in der Halle wieder lockerer. Nachdem dann jeder Waggon seinen Schuppen und jede Lok ihren Tender gefunden hatte, entließ die Stammkapelle ihr Publikum in die Pause.

Beschwingt ging‘s mit dem Konzertmarsch „Salemonia“ weiter, bevor „Latin Lover“ Rainer Wolffram die weltbekannte Rumba „Besame Mucho“ als Solist am Flügelhorn butterweich zum Besten gab. Mit „Dakota“ ging es in den Weiten der nordamerikanischen Plains teilweise weniger romantisch zur Sache. Mit einem Medley bekannter Hits von Eric Clapton ging es Richtung Finale.

Die Zuhörer dankten den Musikern mit reichlich Beifall. Und mit „Thank you for the Music“ von Abba schloss der Musikverein Nabern sein Konzert ab – nicht ohne Zugaben und mit dem sicheren Gefühl, mit Sven Molt als Dirigent auf dem richtigen Weg zu sein.gö

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