Kirchheim

Walfilm eröffnet Festival

Doku Für „The Whale and the Raven“ hat die aus Kirchheim stammende Regisseurin Mirjam Leuze zwei Walforscher begleitet. Ihr Film feiert nun in München Premiere.

Eine Frau steht auf einem Felsen, im Meer vor ihr schwimmen Wale. Mit dieser Szene werben in München seit Wochen riesige Plakate für den Dokumentarfilm „The Whale and the Raven - eine Botschaft der Wale an die Menschen“.

Das größte Dokumentarfilmfestival Deutschlands, das „DOK.fest“ München, mit 159 Dokumentarfilmen aus 51 Ländern beginnt am 8. Mai - und zwar mit einem Film der aus Kirchheim stammenden Regisseurin Mirjam Leuze. Die deutsch-kanadische Koproduktion „The Whale and the Raven“ wird im Deutschen Theater München das Festival eröffnen. „Es ist eine große Ehre und die schönste Anerkennung für einige Jahre sehr harte Arbeit, dass gerade unser Werk als Eröffnungsfilm erwählt wurde“, sagt Mirjam Leuze.

Für ihren zweiten langen Dokumentarfilm reiste die Filmemacherin an die wilde Westküste Kanadas und begleitete über zwei Jahre hinweg die Walforscher Hermann Meuter und Janie Wray. Die beiden gründeten vor 15 Jahren eine Walforschungsstation im Great Bear Rainforest, auf dem Territorium der Gitga’at First Nation. Dort leben große Populationen von Orcas, Buckel- und Finnwalen. Der Film versucht, nicht nur aus menschlicher Perspektive zu erzählen, sondern auch die Sichtweise der Wale einzunehmen und deren akustische Welt erfahrbar zu machen.

Wie schon in Leuzes erstem Kino-Dokumentarfilm, geht es um Rohstoff- und Energiepolitik, um Schiefergas, auch Fracking-Gas genannt. Es soll durch einen der letzten unberührten Küstenabschnitte Westkanadas von Supertankern nach Asien transportiert werden. Was zählt mehr? Schutz der Wale oder Arbeitsplätze? Dieser Interessenkonflikt droht weltweit, tausendfach jeden Tag. Und Verlierer sind fast immer die nicht-menschlichen Bewohner der Erde.

In ihrem Film stellt Mirjam Leuze die Frage, ob Menschen denn das Recht haben, die Welt ausschließlich nach ihren Bedürfnissen zu gestalten. Die Meere vermüllt und leergefischt, der Gesang der Wale in den Wassern für immer verstummt, nur noch Dröhnen der Tanker, die für Öl, Gas, und Waren transportieren - ist das die Welt von morgen? Ihren Film versteht Mirjam Leuze auch als Appell, umzudenken, solange es vielleicht noch nicht zu spät ist.

Am 5. September startet der Film bundesweit. Dann soll „The Whale and the Raven“ auch in Kirchheim zu sehen sein. Mirjam Leuze und ihr Team wollen ihren Film im Central-Kino dem Kirchheimer Publikum persönlich vorstellen.

Die Aufführungstermine während des „DOK.fest“ München von 8. bis 12. Mai finden Interessierte auf der Homepage www.dokfest-muenchen.de. pm

3 Den Trailer zum Film gibt es online zu sehen: vimeo.com/325222998

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