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Was Schule leisten kann und was nicht

Die Schule an sich ist in ihrer inneren Struktur nicht demokratisch, sondern ein beschränkter Rechtsraum, erklärt Dr. Wolfgang Beutel. „Der Unterricht schränkt die Bewegungsfreiheit ein. Der Lehrer hat die pädagogische Freiheit, nicht alles demokratisch abstimmen zu lassen, etwa wann er eine Prüfung macht“, sagt er. Man müsse sich klar machen, dass die Institution Schule den Unterricht nicht in erster Linie für die Kinder ausrichte, sondern für die Gesellschaft.

Demokratie ist nach dem amerikanischen Philosophen John Dewey aber auch eine „Form des Zusammen­lebens“. Zentral dabei sei die Eigenverantwortung, sagt Beutel. Der Einzelne sei Teil des Staates und müsse lernen, mit einer pluralen Gesellschaft umzugehen. Dazu gehöre auch die Globalisierung. „Es gibt kein Zurück zu überschaubaren Verhältnissen“, sagt er. Dies könne man auch in der Schulgemeinschaft erfahren, welche die Vielfalt der Gesellschaft abbilde.

Außerdem empfiehlt Beutel, außerschulische Aktivitäten zu stärken, sich etwa in der Gemeinde an Entscheidungen zu beteiligen. Beutel empfiehlt, die Schule als Ganzes zu betrachten, „nicht als eine Ansammlung von Fächern“. Dazu gehörten etwa auch die Schülervertretung, die sich über die Jahre weiterentwickelt habe und heute mehr diskutiere als Themen wie „Milchversorgung und Kultur“. Die Demokratieerziehung sei eine Schulentwicklungsaufgabe, die nicht nur auf ein Fach beschränkt sei: „Eine demokratische Atmosphäre begünstige den Lernprozess in allen Fächern.“ Wichtig seien auch fächerübergreifende Projektarbeit, AGs und außerschulische Angebote.zap

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