Kirchheim

Wasser muss bewahrt werden

Umwelt Die evangelische Kirchengemeinde Lindorf und Ötlingen sowie der Kirchheimer Weltladen beschäftigen sich bei ihrem Nachhaltigkeitstag mit einem überlebenswichtigen Thema: Wasser. Von Sabrina Kreuzer

Die Kirchheimer Schülerfirma „Mercatio“ (oben) verkauft fair gehandelte Lebensmittel. Im Weltladen der Teckstadt gibt es Recycel
Die Kirchheimer Schülerfirma „Mercatio“ (oben) verkauft fair gehandelte Lebensmittel. Im Weltladen der Teckstadt gibt es Recyceltes oder Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen, etwa Blechdosen-Figuren (links).Fotos: Sabrina Kreuzer

Den Hahn aufdrehen und frisches, klares Wasser bekommen - das ist in Deutschland eine Selbstverständlichkeit. Aber viele Bürger wissen nicht, welche Arbeit hinter diesem einfachen Prozess steckt und wie glücklich man sich schätzen kann, fließendes Wasser zu haben.

Mit dem zweiten Nachhaltigkeitstag möchten die evangelische Kirchengemeinde Lindorf und Ötlingen und der Kirchheimer Weltladen auf das Thema Wasser aufmerksam machen. Dafür fanden am Sonntag zahlreiche Aktionen rund um das Lindorfer Gemeindehaus statt.

Schon vor zwei Jahren hat die Kirchengemeinde in Kooperation mit dem Weltladen zum Nachhaltigkeitstag aufgerufen, damals in Ötlingen und mit einem umfangreichen Programm unter anderem zu nachhaltigen Ressourcen und Textilien, Landwirtschaft und vegetarischem Essen. Das Ziel des Nachhaltigkeitstages ist, neben den Gottesdiensten auch noch andere Schwerpunkte in den Gemeinden zu setzen.

Faire Mode gibt‘s auch stylisch

Neben einem Infostand über recycelte und aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellte Produkte, zeigte der Weltladen auch seine Modekollektion. Dabei ist eines wichtig: Faire Mode ist nicht nur fair, sondern auch modisch. Bei Schmuck, Taschen und anderen Accessoires gibt es eine große Farbvielfalt. Die Firma „Global Mamas“, die Frauen in Ghana fördert, stellt Taschen aus Moskitonetzen her. Doch die Vielfalt gibt es nicht nur bei den Farben: Egal ob für Männer oder Frauen - die Kleidung besteht aus Naturtextilien wie Hanf, Baumwolle oder in der kühleren Jahreszeit aus Wolle. Fair gehandelte Produkte gibt es auch bei der Schülerfirma „Mercatio“. Die Schüler des Berufskollegs der Jakob-Friedrich-Schöllkopfschule handeln mit Keksen, Kakao, Tee oder Kaffee - alles davon ist aus fairem Handel. „Wir haben zweimal in der Woche einen Verkaufsstand in der großen Pause“, erklärt Annika, „verkaufen also hauptsächlich an Mitschüler und Lehrer. Aber auch von außerhalb kommen Anfragen.“

Am nächsten Stand gibt es einen Trinkwasser-Geschmackstest: Fünf Krüge sind mit der klaren Flüssigkeit gefüllt. Sie sind nur mit Zahlen beschriftet und müssen nach einer Verkostung den jeweiligen Quellen zugeordnet werden. „Das ist ziemlich schwer“, meint ein Proband und sieht es genauso wie die Mehrheit der Besucher. Die einzelnen Trinkwässer schmecken sehr ähnlich. Ob aus einer Mineral-Heilquelle, ein natürliches Mineralwasser aus Frankreich, Leitungswasser, Heilwasser oder Mineralwasser aus einer Quelle kann nur schwer unterschieden werden.

Benjamin Heemeier vom Amt für Wasserwirtschaft und Bodenschutz des Landratsamtes Esslingen ist für einen Vortrag mit dem Titel „Wasser schenkt Leben“ angereist. „Wasser ist die Grundlage für Leben“, sagt er, „wir Menschen sind daher auf einen funktionierenden Wasserkreislauf angewiesen.“ Er erklärt, dass Landwirtschaft, Schmelzwasser, Erosion, Siedlungen, Verkehr, Industrie und intensive Tierhaltung sowie Verbrennungsanlagen eine immense Gefährdung für Oberflächengewässer darstellen. Das Grundwasser ist zusätzlich durch undichte Abwasserkanäle, Altlasten, Rohstoffabbau und Erdwärme gefährdet.

Sauberes Wasser ist nicht normal

Rund ein Viertel der Fläche Baden-Württembergs besteht aus insgesamt 2 287 Wasserschutzgebieten. „Es sind viele kleine, aber im Bereich der Donau haben wir für die Landeswasserversorgung ein großes Gebiet“, erklärt Benjamin Heemeier. Diese Gebiete liefern 653 Millionen Liter Trinkwasser im Jahr. „In letzter Zeit gab es immer wieder Meldungen zur Nitratbelastung des Grundwassers“, meint Heemeier. Er wolle dieses Thema nicht verharmlosen, aber versucht zu beruhigen: „Die Nitratwerte stagnieren beziehungsweise es gibt einen leichten Rückgang.“ In Baden-Württemberg fallen sie sogar schon seit 23 Jahren kontinuierlich. Unter anderem durch die Umsetzung der Düngeverordnung und der Stoffstrombilanzversorgung soll das Grundwasser weiter geschützt und verbessert werden, damit der Wasserkreislauf weiterhin problemlos funktioniert und frisches Wasser aus dem Hahn gezapft werden kann.

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