Kirchheim

Wenn der Müllmann zweimal klingelt

Parksituation In den Badwiesen bleiben oft die Tonnen stehen, weil die Müllabfuhr nicht durchkommt. Das liegt vor allem an parkenden Autos der Berufsschüler. Von Thomas Krytzner

Die Fahrer der Mülllaster müssen oft Millimeterarbeit leisten. In den Kirchheimer Badwiesen bleibt der Müll manchmal stehen, wei
Die Fahrer der Mülllaster müssen oft Millimeterarbeit leisten. In den Kirchheimer Badwiesen bleibt der Müll manchmal stehen, weil es kein Durchkommen mehr gibt.Foto: Thomas Krytzner

Die Anwohner in den Kirchheimer Badwiesen, einer Parallelstraße zur Schöllkopfstraße, sind sauer. Schüler der nahen Berufsschulen parken die Straße zu. Sie stellen ihre Autos oft so ab, dass kaum noch ein Durchkommen möglich ist. Der Anwohner Antonio Marinacci ist konsterniert: „Oft ist die Straße hier zugeparkt, und die Müllabfuhr kann nicht bis ganz nach hinten fahren. Da bleibt ab Mitte der Badwiesen der Müll stehen.“ Wer dort wohnt hat durch die Wildparker auch das Problem, selbst einen Parkplatz zu bekommen. Marinacci zeigt aber auch Verständnis: „Die Schüler müssen ja irgendwo parken, und viele, so vermute ich, haben nicht so viel Geld, um einen Parkplatz zu mieten.“ Dennoch ärgert er sich. Denn wenn schon die Müllabfuhr nicht durchkommt, was ist dann, wenn es brennt: „Nicht auszudenken, was passiert, wenn die Rettungskräfte nicht durchkommen.“

Antonio Marinacci ist selbst Lkw-Fahrer und kennt die teilweise beengten Situationen auf den Straßen. „Manchmal müssen die Fahrer echte Steuerkünstler sein, um ohne Beschädigungen an parkenden Fahrzeugen vorbeizuzirkeln.“ Eine vorbeieilende Passantin merkt an: „Oft streiten sich die Leute hier um die Parkplätze, kaum fährt einer weg, steht schon der Nächste da.“ Seit Jahren ist die Parkplatzsituation in den Badwiesen gleich schlecht, und die Anwohner fühlen sich von der Stadt im Stich gelassen. Letzte Woche sei das Ordnungsamt da gewesen und habe sich die Situation angeschaut. Aber das sei schon oft der Fall gewesen, da sich auch die Entsorgungsunternehmen ständig beschwerten.

Für die Müllmänner ist die Durchfahrt in den Badwiesen ein Graus. „Mindestens drei Meter Platz muss auf der Straße sein, damit wir ohne Problem fahren können. Unser Lkw ist zweieinhalb Meter breit“, klagt ein Mitarbeiter. „Viel zu oft ist es zu eng, und dann müssen wir umdrehen oder rückwärts fahren, und die Hälfte des Mülls bleibt stehen.“ Die Folge ist, dass sich die Anwohner deshalb beschweren. Ein anderer Bewohner der Badwiesen stellt fest: „Mit einem Parkschein für die Bewohner des Quartiers könnte das Parkproblem gelöst werden.“

Im Quartier leben viele Familien mit Kindern. Viele sind auf ein Auto und damit auf einen Parkplatz angewiesen, da sie die Kinder in entferntere Schulen und Kindergärten fahren müssen. Wer jedoch keinen Parkplatz oder einen Garagenplatz zur Miete hat, steht jeden Tag vor dem Problem, einen Stellplatz fürs Auto zu finden. Nur wenn die Berufsschüler Ferien haben, ist die Situation entspannt. Anwohner Marinacci dazu: „Hier ist die Stadt Kirchheim gefordert, dafür zu sorgen, dass die Situation verträglich wird, und vor allem, dass die Rettungskräfte jederzeit durchkommen.“

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