Kirchheim

„WG Mittendrin“: Hier mischen alle mit

Konzept Der Kirchheimer Verein „Gemeinsam statt einsam“ hat nach dem Vorbild der Wohngemeinschaft in der Hindenburgstraße eine zweite WG gegründet. Gelebt wird ähnlich wie in einer großen Familie. Von Anke Kirsammer

Ob beim Schnippeln von Gemüse oder beim Wäschezusammenlegen: In der Demenz-Wohngemeinschaft im Steingauquartier bringt sich jede
Ob beim Schnippeln von Gemüse oder beim Wäschezusammenlegen: In der Demenz-Wohngemeinschaft im Steingauquartier bringt sich jeder ein. Foto: Jean-Luc Jacques

Paprika und Radieschen liegen auf der Arbeitsplatte bereit, um fürs Abendbrot geschnippelt zu werden. Doch als der Fotograf ein Bild für die Zeitung machen möchte, legt die ältere Dame das Küchenmesser aus der Hand und will tanzen. ...

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Vor 16 Jahren wurde die erste WG eröffnet

Viele Aktivitäten spielen sich am gemeinsamen Esstisch ab. Foto: Jan-Luc Jacques
Viele Aktivitäten spielen sich am gemeinsamen Esstisch ab. Foto: Jan-Luc Jacques

Die hauptamtliche Geschäftsführung des Vereins hat Sandra Veygel. Ihr Büro ist der neuen Demenz-WG angegliedert. Ehrenamtliche Vereinsvorsitzende ist Jana Appel. Die 28-Jährige absolviert den Master in Pflegewissenschaft und arbeitet bei der Samariterstiftung in Nürtingen als Referentin für bürgerschaftliches Engagement. Ihr Stellvertreter ist ­Andreas ­Schmid. Beisitzerinnen beziehungsweise Beisitzer sind Dr. ­Silvia Oberhauser, ­Sybille Mauz und Dietmar Brendel. Außerdem unterstützen Monique Kranz-Janssen und Gerhard Thrun den Vorstand.

2005 hat der Verein „Gemeinsam statt einsam“ die erste Kirchheimer Demenz-WG in der Hindenburgstraße eröffnet. Gegründet wurde sie von vier Frauen, die die WG für ihre Mütter eingerichtet haben. Das Projekt basierte viele Jahre auf dem Engagement Ehrenamtlicher.

Voraussetzung für den Einzug in eine der Wohngemeinschaften ist eine diagnostizierte Demenz und ein Pflegegrad. ank