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Wider die Ersatztheologie

Weil sie Jesus als den Messias abgelehnt hätten, habe Gott die Juden verstoßen und sich nun den Christen zugewandt - so lehrten es manche Theologen in der Kirchengeschichte. Gegen diese „Ersatztheologie“ wehrt sich Pastor Günter Öhrlich vehement und kann sich dabei auf den Apostel Paulus berufen: In seinem Brief an die Christen in Rom hat Paulus diesen alten Gedanken ebenso entschieden verworfen und betont, Gott habe mit seinem erwählten Volk noch etwas vor. Eine wichtige und nicht gerade rühmliche Rolle beim christlichen Antisemitismus, sagt Pastor Günter Öhrlich, spiele leider der Reformator Martin Luther: „Ich schätze Luther sehr, aber hier hat er eine ganz schlechte Saat gesät.“ Luthers Versagen in diesem Punkt wird in den evangelischen Kirchen heute offen diskutiert und bedauert. Das war auch deutlich beim Reformationsjubiläum zu spüren. Der Kommentar eines Theologen: „Große Männer fehlen groß.“ pd


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