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Wie die Medius-Klinik auf die Engpässe reagiert

Über 400 Einträge weist die Liste von Medikamentenengpässen auf, die Jürgen Baumann angelegt hat. Er ist Chefapotheker der Medius-Kliniken. Sein Arbeitsplatz ist in Ruit. „Ich bin jeden Tag mit dieser angespannten Lage befasst“, sagt er. Aktuell bekam er die Nachricht, dass das Harnwegs-Medikament Cotrimoxazol nicht lieferbar ist, und zwar bis April.

Drei-Monats-Vorräte, beispielsweise vom Narkosemittel Propofol legt der Apotheker inzwischen an. Geht hier die Standardgröße aus, greift Baumann auf die nächsthöhere Größe zurück. Der Anästhesist entnimmt die erforderliche Menge und entsorgt den Rest, da aus Hygienegründen angebrochene Ampullen nicht weiterverwendet werden dürfen. Das geht ins Geld.

Ständig auf der Hut sein, wo Engpässe drohen, das hat personelle Auswirkungen: Eine halbe Stelle, sagt Baumann, sei notwendig, um Alternativmedikamente zu finden und die klinikinterne Bestandliste auf dem Laufenden zu halten. Der Chef­apotheker selbst hat sich mittlerweile in das Thema hineingefuchst und ist selbst immer auf der Suche nach Alternativen.sg

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