Kirchheim

Wo in den Teilorten der Schuh drückt

Haushaltsreden Die Ortsvorsteher setzen ganz unterschiedliche Schwerpunkte. Besonders wichtig ist die Kinderbetreuung.

Kirchheim. Was brauchen Kirchheims Teilorte? Die vier Ortsvorsteher nutzen die Generaldebatte traditionell, um an die Bedürfnisse zu erinnern, die außerhalb der Kernstadt bestehen.

Ötlingens Ortsvorsteher Hermann Kik nahm vor allem die Verzögerungen beim Umbau der Stuttgarter Straße aufs Korn. Die Bürokratie hat er dafür als Schuldigen ausgemacht, vor allem die Bürokratie in Esslingen und Stuttgart: „Kirchheim und Wendlingen haben ihre Hausaufgaben gemacht. Seit knapp zwei Jahren warten wir auf das Okay von oben.“ An anderen Stellen sieht er aber auch Defizite in Kirchheim: So fürchtet er, das Sanierungsgebiet Ortsmitte Ötlingen könne 2022 auslaufen, ohne dass der jetzt anstehende Bauabschnitt bis dahin realisiert ist.

Christopher Flik sorgt sich um die Betreuungsangebote in Jesingen: „Wenn für mindestens eine halbe Gruppe kein Platz angeboten werden kann, sollte sich die Verwaltung Gedanken über kurzfristige Lösungen zur Schaffung von wohnortnahen Kindergartenplätzen machen.“ Ein paar Jahre weitergedacht, bedeute das, auch schon an den notwendigen Ausbau der Mensa in der Jesinger Ganztagsschule zu denken. Ansonsten aber denkt Jesingen bereits an die Zukunft der Vergangenheit: an die 1250-Jahr-Feier, die 2019 ansteht.

Der Kindergarten ist auch in Nabern derzeit das Sorgenkind: Ferdinand Truffner zufolge hofft ganz Nabern „auf ein positives Signal für unseren Haushaltsantrag auf Neubau des Kindergartens“. Außerdem brauche Nabern ein Wohngebiet, um junge Familien im Ort halten zu können - aber auch, um Menschen, die im Industriepark arbeiten, eine Perspektive für das Wohnen am Arbeitsort zu bieten. Ferdinand Truffner selbst hat dagegen eine Alternative zu Nabern gefunden: Im Januar wird er Bürgermeister in Empfingen.

Stefan Würtele stellte bei seiner Rede für Lindorf die Integration in den Mittelpunkt, nicht nur die von Neubürgern. Stutzig gemacht hat ihn nämlich die Aussage eines Lindorfers, der sich seit 26 Jahren nicht richtig integriert fühlt. Für jedwede Integration brauche Lindorf aber eine funktionierende Infrastruktur. Dabei geht es nicht so sehr um Neues, sondern mehr um Sanierungen - „um geschaffene Werte zu erhalten und Bewährtes fortzuführen“.Andreas Volz

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