Kirchheim

„Wundersame Heilung von Kirchheim“

Mitleidsmasche Der Kirchheimer Gemeinderat setzt sich mit dem ­Thema betrügerische Bettelei ­auseinander.

Kirchheim. Stadtrat Ulrich Kreyscher (FDP/KiBü) fragte, ob die Stadtverwaltung schon von der „wundersamen Heilung von Kirchheim“ gehört habe. Damit griff er das Thema Bettelei und Trickbetrug auch im Gemeinderat auf. Mit der Geschichte von der „wundersamen Heilung“ verweist er ironisch auf die Tatsache, dass sich Taubstumme plötzlich wunderbar unterhalten können und dass Menschen mit scheinbar schwersten körperlichen Gebrechen plötzlich wieder gut zu Fuß sind, sobald sie „Feierabend“ haben. Wenn also ihre „Schicht“ als Bettler oder als Unterschriftensammler - die auf das Mitleid der Passanten abzielen - zu Ende ist, dann hat sich auch die Behinderung für den Rest des Tages von selbst erledigt.

Bürgermeister Günter Riemer sprach von ganzen Kolonnen - „meistens aus den südöstlichen EU-Staaten“. Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker sieht darin „ein sehr, sehr ernstes Problem“. Leider könne die Stadt nur gegen aggressives Betteln vorgehen. Gegen „normales“ Betteln gebe es keine Handhabe. Trotzdem sei das Thema für alle Besucher der Innenstadt sehr unangenehm. Zu den Kolonnen sagte sie: „Beim gewerbsmäßigen Betteln ist es wichtig, an die Hintermänner zu gelangen. An die Ladeninhaber appelliere ich, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen, um solche Leute des Ladens zu verweisen und sofort die Polizei zu rufen, wenn es erforderlich ist.“ Die Bevölkerung solle gar nicht erst auf Betrügereien eingehen und Hinweise rasch an die Stadt oder an die Polizei weiterleiten.Andreas Volz

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