AK Schule und Wirtschaft besucht Schotterwerk
Steinzeit hat Zukunft

Der Arbeitskreis Schule und Wirtschaft der Industrie- und Handelskammer (IHK) bringt Akteure aus Wirtschaft und Ausbildung zusammen. Mehrmals jährlich stehen Exkursionen in verschiedenste Unternehmen auf der Tagesordnung.

Sebastian Gratz

Erkenbrechtsweiler. Der jüngste Besuch führte die Arbeitskreis-Mitglieder nach Erkenbrechtsweiler in das Schotterwerk Bauer. Klaus Huppert, Geschäftsführer des Betriebes, führte die Gäste über das Gelände. Täglich werden dort bis zu 8 000 Tonnen des für die Alb typischen Weißen Juras abgebaut und bearbeitet. Das 1927 gegründete Unternehmen ist dabei bis heute in Familienbesitz geblieben. Die Belegschaft musste in den vergangenen Jahren stark reduziert werden, berichtet Huppert. „Vor drei Jahren hatten wir noch 32 Angestellte, heute sind es gerade einmal 17.“ Das hänge maßgeblich mit dem großen Auftragsrückgang im Straßenbau zusammen. Neuerschließungen von Industrie- und Wohngebieten oder öffentliche Großprojekte gebe es momentan wenige. Derzeit würden hauptsächlich die Land- und Forstwirtschaft sowie kleinere Straßenbauprojekte beliefert.

Das Herz des Schotterwerkes ist die Prallmühle, in der größere Gesteinsbrocken maßgerecht zerkleinert werden. Die Nachhaltigkeit stehe seit jeher als Maxime über allen Entscheidungen, erläutert Huppert. Dies gelte nicht nur in Sachen Wirtschaftlichkeit, sondern auch im Bezug auf die Umgebung. Da alle Arbeitsschritte im Freien stattfinden, ist der Einfluss auf die Natur enorm. Die ständige Renaturierung sorge jedoch dafür, dass sich Tier- und Pflanzenwelt auf dem Gelände wohlfühlten. In einem Aufbewahrungssilo nistet ein Turmfalke, inmitten einer Kiesgrube hat sich inzwischen ein ganzes Biotop mit Amphibien und Fischen gebildet, berichtet Huppert. Der Höhepunkt der Führung, die unter dem Motto „Steinzeit hat Zukunft“ stand, war eine Sprengung, der die Teilnehmer aus sicherer Entfernung beiwohnen durften.

Die Erkenntnisse, die die Teilnehmer, vor allem Lehrer verschiedener Schularten und Ausbilder aus Betrieben, aus der Besichtigung ziehen, sind vielschichtig. „Solche Veranstaltungen vermitteln auch immer Allgemeinbildung, die man dann an seine Auszubildenden weitergeben kann“, so Bruno Salzsäuler, Ausbildungsleiter von Bielomatik in Neuffen. Er betrachtet die Arbeit von Schule und Wirtschaft als große Bereicherung für den täglichen Umgang mit seinen derzeit 21 Auszubildenden.