Kirchheimer Weihnachtsmarkt ist erstmals auf dem Rollschuhplatz zu finden
Stimmungsvoller Ersatzstandort

Nach 28 Jahren gibt es wieder einmal eine Premiere für den Kirchheimer Weihnachtsmarkt: Erstmals locken die Lichterbuden auf den Rollschuhplatz, und das Ausweichquartier erweist sich dabei als ausgesprochen stimmungsvoll: weitestgehend abgeschottet vom Verkehrslärm und von fremden Lichtquellen, die Stadtmauer als passende Hintergrundkulisse, und davor auch noch eine eigene Bühne.

Kirchheim. Die Bühne hatte zur Weihnachtsmarkteröffnung am gestrigen Donnerstag der Streichernachwuchs der Kirchheimer Musikschule belegt, der ebenso feierliche wie jahreszeitlich passende Melodien zu Gehör brachte. Auch wenn sich der zarte Saiten-Klang mitunter schwer tat, mit der Lautsprechermusik an anderen Stellen des Rollschuhplatzes mitzuhalten – stimmungsvoll war es allemal.

Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker zeigte sich in ihrer Eröffnungsrede angetan vom Ambiente auf dem Rollschuhplatz. Den Kirchheimer Weihnachtsmarkt bezeichnete sie als einen „Wanderweihnachtsmarkt“. Seit 1985 gebe es den winterlichen Markt in Kirchheim schon, und immer wieder habe der Standort gewechselt, zwischen Markt- und Schlossplatz einerseits sowie Martinskirchplatz und Max-Eyth-Straße andererseits. Nun wäre zwar eigentlich der Martinskirchplatz wieder der angestammte Ort für den Budenzauber. Aber bedingt durch die Dachsanierung an der Martinskirche stehe der Kirchplatz momentan nicht zur Verfügung, und so komme dieses Mal der Rollschuhplatz zu besonderen Ehren.

In der Vorweihnachtszeit gehe es darum, trotz Alltagsstress ein wenig Ruhe und vor allem Zeit zum Warten zu finden. Dafür stehe die christliche Tradition des Weihnachtsfests. Es gebe aber auch die andere Seite – die der regen Betriebsamkeit. Angelika Matt-Heidecker wünschte sich, „dass wir beides hier miteinander verbinden können“.

An Möglichkeiten und Angeboten für diese Verbindung zählte sie den literarischen Weihnachtsmarkt auf (der bis 14. Dezember täglich um 18.30 Uhr im Max-Eyth-Haus beginnt), die Puppenhaus-Ausstellung im Kornhaus, die Lebkuchenaktion des City-Rings oder den Springerles-Verkauf am Stand der Martinskirchengemeinde. Außerdem gebe es auf der Bühne des Rollschuhplatzes jeden Abend ab 17.30 Uhr Musik. Auf dem Programm des Weihnachtsmarkts stehen zudem jeden Tag bis 15. Dezember die Weihnachtsmann-Stunde von 16 bis 17 Uhr sowie die Feuershow ab 20 Uhr.

Zum Nachdenken regen auf dem Rollschuhplatz übrigens auch Tafeln an, auf denen Fabeln und eine Sage abgedruckt sind. Die haben zwar keinen direkten Bezug zu Weihnachten, sind aber durchaus geeignet für ein ganz wichtiges Zielpublikum, das sich die Oberbürgermeisterin für den Weihnachtsmarkt wünscht: Familien mit Kindern.

Fotos: Deniz Calagan