Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine tagte
Streuobst im Blick

Der Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine Nürtingen hatte seine Mitglieder zur Jahreshauptversammlung in die Owener Teckhalle geladen. Im Mittelpunkt standen der Erhalt der Streuobstwiesen und die Gründung des Vereins „Schwäbisches Streuobstparadies“.

Owen. Karin Kasprzyk-Becker, Leiterin des Amtes für Bauen und Naturschutz des Landratsamtes Esslingen, ging auf die vorgesehene Gründung des Vereins „Schwäbisches Streuobstparadies“ ein. Kompetenzen und Aktivitäten sollen durch den Verein laut Karin Kasprzyk-Becker zusammengeführt werden, um die touristische Erschließung zu fördern und die Bedeutung der Streuobstwiesen als Kulturlandschaft bekannter zu machen. Die Vertreterin des Landratsamtes Esslingen erklärte auch, dass mit dem „Schwäbischen Streuobstparadies“ regionale Produkte nachhaltiger vermarktet werden sollen und ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Streuobstwiesen geleistet werden soll. Die Obst- und Gartenbauvereine könnten mit ihrem Know-how wesentlich zum Erfolg des „Schwäbischen Streuobstparadieses“ beitragen.

Der Landtagsabgeordnete Andreas Schwarz (Bündnis 90/Die Grünen) betonte, dass der Vernetzung und Kooperation von Vereinen, Naturschutzverbänden, lokalen Produzenten, Behörden und Streuobstinitiativen hohe Bedeutung zukomme. Durch sie werde die Pflege und der Erhalt der Kulturlandschaft als Heimat für bedrohte Tierarten unterstützt und ihre Bedeutung als Erholungsgebiet gefördert.

Wie Erhard Hahn, Präsident des Landesverbandes für Obstbau, Garten und Landschaft, berichtete, werde 2012 die Entwicklung eines Leitbildes für die Obst- und Gartenbauvereine anvisiert. „Gleichzeitig soll so ein Leitfaden für das Handeln der Vereine in den nächsten Jahren entwickelt werden“, so Hahn.

Owens Bürgermeisterin Verena Grötzinger unterstrich, die Gemeinde habe früh den Handlungsbedarf zum Erhalt der Streuobstwiesen erkannt. „Weder das Land, noch der Kreis oder die Kommunen können es sich leisten, die Kosten für Pflege und Erhalt in Euro und Cent auszugleichen. Deshalb haben wir mit der Streuobstoffensive versucht, eine für die Gemeinde individuelle Lösung zur Unterstützung der Streuobstwiesenbesitzer zu finden.“ Owen strebe die Mitgliedschaft im „Schwäbischen Streuobstparadies“ an, um durch die intensivere Verbindung fachlicher und touristischer Aspekte den Erhalt der Streuobstwiesen zu forcieren.

KOV-Vorsitzende Sigrid Jetter erklärte, vergangenes Jahr sei das vom Landkreis geförderte Projekt zum Erhalt der Streuobstwiesen großes Thema gewesen. Leider habe man jedoch keinen der 33 Ortsvereine für die Mitarbeit gewinnen können, da sich die Vereine schon in anderen Streuobstwiesenprojekten engagierten, da­runter gemeindeeigene, in die die Kommunen die Vereine einbinden, oder Life Plus-Maßnahmen. Der Beirat sei zu dem Schluss gekommen, dass es nicht sinnvoll wäre, ein weiteres Projekt zu beginnen. „Den Streuobstwiesen und deren Besitzern hilft es nicht weiter, wenn hektisch eine Aktion nach der anderen gestartet wird“, so Sigrid Jetter. Der Verband wolle die Ergebnisse der laufenden Maßnahmen abwarten, um auf deren Grundlage Neues anzustoßen und Synergien zu nutzen.

Albrecht Schützinger berichtete, 2011 sei für die Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis ein sehr gutes Jahr gewesen. Aufgrund der starken Frosteinbrüche habe das Land Beihilfen ausgegeben. Dem Fachberater des Landratsamtes Esslingen zufolge hätten die hiesigen Streuobstbesitzer dennoch gute und qualitativ hochwertige Ernten erzielt.

Die KOV-Fachwartsprecher Bernhard Krieg und Manfred Speidel berichteten, dass die 1998 ins Leben gerufene Fachwartausbildung zur Förderung des landschaftsprägenden Streuobstwiesenbaus und der Gartenkultur sowie des Naturschutzes beitrage. Die Fachwarte seien wichtige Ansprechpartner in Fragen des Obst-, Garten- und Landschaftsbaus. Sie würden damit das fachliche Niveau in den Vereinen erhalten und die Arbeit der Fachberater an den Landratsämtern unterstützen. 2010 und 2011 seien 51 Fachwarte im Landkreis ausgebildet worden. Auch in den nächsten Jahren werde die Aus- und Weiterbildung der Fachwarte eine wichtige Aufgabe des Verbandes sein.

Wolfgang Beck legte das Amt des ersten stellvertretenden KOV-Vorsitzenden nieder. Für ihn wurde Getrud Bader, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins Owen, in den Vorstand gewählt. Jutta Eberspächer wählte die Versammlung erneut zur Schriftführerin. Mario Drexler und Heinz Hekeler traten nicht mehr an. Für sie rückten Rolf Wohlfahrt und Klaus Diez in den Beirat auf. Tobias Schmid, Kurt Hepperle und Bernhard Janorschke wurden ebenfalls in den Beirat gewählt.

Karl Bölz und Karl Nägele erhielten für zehnjährige Mitgliedschaft im KOV den silbernen Apfel. Bärbel Weber und Heinz Hekeler wurden für 15 Jahre Mitgliedschaft mit dem goldenen Apfel geehrt. Wolfgang Beck erhielt für sein 25 Jahre währendes Engagement die bronzene Medaille des Landesverbandes für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg.