Ohmdener Gemeinderat stimmt Konzeption zu – Gesamtpaket kostet 95 000 Euro
Stufenprogramm für Friedhof

Nach und nach soll der Ohmdener Friedhof in den kommenden Jahren umgestaltet werden. Vorgesehen ist unter anderem das Anlegen neuer Grabformen wie Urnen- beziehungsweise Reihengräber, die in einer Wiese eingelassen sind.

Ohmden. Die Baukosten für das von Landschaftsarchitekt Roland Rendler im Gemeinderat vorgestellte Komplettpaket für den Friedhof belaufen sich auf gut 95 000 Euro. Sein Stufenprogramm sieht vor, das Projekt bis zum Jahr 2018 oder darüber hinaus zu strecken. Über die konkrete Umsetzung entscheidet das Ratsgremium von Jahr zu Jahr. Bei seiner Planung geht Rendler von jährlich zehn bis zwölf Beerdigungen aus.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, 2014 für insgesamt rund 22 000 Euro die ersten Flächen anzugehen. Dazu gehört, ein bereits bestehendes Urnen- und ein vorhandenes Reihengrabfeld gestalterisch abzuschließen. Geplant ist im kommenden Jahr zudem, mit einem gärtnerbetreuten Grabfeld zu beginnen sowie eine Fläche für Urnen- und Reihengräber anzulegen, die in einer Wiese eingelassen sind. „Von Stelen auf dem Urnengrabfeld würde ich absehen“, sagte Rendler. Stattdessen plädierte er dafür, Urnenröhren jeweils mit einem bodenbündigen Stein abzuschließen.

Im Jahr darauf soll eine Urnenwand realisiert werden. Die Gestaltung dieses Bereichs schlägt voraussichtlich mit 27 000 Euro zu Buche. Rendler sprach sich dafür aus, auf Qualität zu setzen: „Das Material muss frostbeständig sein, 30 bis 50 Jahre gut aussehen, und die Platten müssen gut schließen“, so seine Begründung. Der Planer empfahl dem Gremium einen hellen Farbton für die Urnenwand. Die Befürchtung von Gemeinderat Dr. Martin Kaimer, der Stein könne beispielsweise durch Moose im Laufe der Jahre unschön aussehen, entkräftete Rendler: „Die Oberfläche von solchen Materialien ist behandelt, damit sie den Schmutz nicht annimmt, und sie ist darüber hinaus leicht zu reinigen.“

Für die Jahre 2016/17 sieht das Konzept vor, Flächen für Kinder-, Familien- und weitere Urnengräber neu zu ordnen. Im Gesamtbudget enthalten ist auch die Gestaltung eines Sitzplatzes mit einer schützenden Hecke. „Diese Situation soll zum Verweilen einladen“, erklärte der Landschaftsarchitekt dazu.

Parallel zum Ausbau der Grabfelder wird der Friedhof bepflanzt. Der leicht alkalische Boden führe zu einem etwas verzögerten Wachstum von Büschen und Bäumen, erläuterte Rendler. Er schlug vor, als Solitär eine Winterlinde zu pflanzen. Zudem setzt er unter anderem auf die Felsenbirne. „Sie schimmert im Frühjahr rötlich, blüht weiß und hat eine sehr schöne Herbstfärbung.“ Die Böschungen sollen flächig mit Efeu bepflanzt werden.

„Wie viel teurer wird ein Grab?“, lautete für Gemeinderat Roland Greiner die Gretchenfrage. Darauf gab es in der Sitzung jedoch keine abschließende Antwort. „Zum einen haben wir neue Grabformen, zum anderen müssen die Kosten auch abhängig von den Ruhezeiten berechnet werden“, so die Argumentation von Bürgermeister Martin Funk. „Die durch die Neuordnung des Friedhofs entstehenden Kosten werden insgesamt umgelegt“, erklärte Silvia Ruff, bei der Weilheimer Stadtkämmerei zuständig für die Kalkulation. Eine Anpassung der Friedhofsgebühren sei in Ohmden ohnehin notwendig.

Stefan Ansorge relativierte die Ausgaben: „Manche Felder müsste man auch ohne Konzeption neu gestalten.“ Dr. Klaus Dolde begrüßte die flexible, langfristig angelegte Planung. An seine Ratskollegen und den künftigen Gemeinderat appellierte er, das Projekt durchzuziehen.