Leben und Wohnen im Alter
Sturzrisiko senken mit Bewegungsförderung

Stolperfallen sollten beseitigt werden

ZQP. Stürze stellen eine häufig auftretende gesundheitliche Gefahr für ältere, pflegebedürftige Menschen dar. Angehörige können durch individuell passende Maßnahmen dazu beitragen, das Sturzrisiko bei ihnen zu senken. Praktische Tipps dazu bietet das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) auf seiner Internetseite. Mit steigendem Alter und bei Pflegebedürftigkeit nehmen Risikofaktoren für Stürze zu. Dazu gehören unter anderem verringerte Muskelkraft und Beweglichkeit, Sehschwäche, Inkontinenz, Schwindel, Schlafprobleme und Tagesmüdigkeit. Mögliche Folgen von Stürzen sind Verletzungen, wie Wunden oder gar Knochenbrüche, welche wiederum den Hilfebedarf steigern können. Außerdem kann ein Sturz stark verunsichern und Angst auslösen, erneut hinzufallen. Manche von Stürzen Betroffene bewegen sich deshalb weniger. Dies kann wiederum dazu führen, dass soziale Kontakte zurückgehen und körperliche sowie geistige Fähigkeiten schneller nachlassen, wodurch zusätzliche Risiken für Gesundheit und Wohlbefinden entstehen.

Aktivität im Alltag

Ein zentraler Aspekt der Sturzprävention ist die Bewegungsförderung. Viele pflegebedürftige Menschen sind körperlich eher wenig aktiv, oft aufgrund fehlender Kraft, Unterstützung oder Motivation. Dadurch drohen Muskulatur und koordinative Fähigkeiten weiter abzunehmen, und das Sturzrisiko steigt. Kontinuierliche körperliche Aktivität im Alltag ist hingegen förderlich. Deshalb ist es wichtig, pflegebedürftige Menschen zu unterstützen, sich regelmäßig zu bewegen. Zum Beispiel fördern tägliche kurze Spaziergänge an der frischen Luft die Mobilität. Zudem kann es sinnvoll sein, Bewegungsabläufe gezielt zu trainieren, etwa Treppen gehen oder den Umgang mit dem Rollator. Dies hilft auch dabei, Unsicherheit abzubauen, die Selbstständigkeit zu fördern und den Bewegungsradius länger zu erhalten. Was und wie trainiert wird, sollte grundsätzlich mit der pflegebedürftigen Person besprochen und gemeinsam geplant werden. Ziel ist es, zu motivieren und Sicherheit zu geben; Zwang oder Druck dürfen keinesfalls ausgeübt werden. Besonders Menschen mit Demenz sind sturzgefährdet, unter anderem, weil ihre Orientierung, Wahrnehmung und Gehfähigkeit beeinträchtigt sind. Auch bei ihnen kann die Gangsicherheit durch passende Bewegungsförderung gestärkt werden. Da Bewegungsübungen von Menschen mit Demenz mitunter nicht verstanden oder wieder vergessen werden, ist hier wichtig, gut anzuleiten und etwa einzelne Bewegungsabläufe vorzumachen. Generell gilt: Um individuell passende Maßnahmen zur Sturzprävention richtig umzusetzen und die Person nicht zu überfordern oder zu schaden, ist es ratsam, professionelle Beratung und Hilfe zur Bewegungsförderung einzuholen. Ansprechstellen sind zum Beispiel die Arzt-, Physio- oder Ergotherapiepraxis.

Gestaltung der eigenen vier Wände

Neben der Bewegungsförderung spielt auch die Gestaltung der eigenen vier Wände eine bedeutende Rolle bei der Sturzprävention. Stolperfallen wie Teppichkanten und Kabel sollten beseitigt werden. Haltegriffe oder Handläufe an den Wänden können Sicherheit geben. Wird ein Rollator oder Rollstuhl in der Wohnung genutzt, muss dafür genügend Platz geschaffen werden, da ansonsten schwer passierbare Stellen die Unfallgefahr erhöhen. Zusätzlich können gute Lichterverhältnisse, festes Schuhwerk sowie gutsitzende Kleidung zu einem möglichst sicheren Gang beitragen. Auch zur sicheren Gestaltung des Wohnumfelds ist es ratsam, professionellen Rat einzuholen, etwa bei der Pflegeberatung. Nicht zuletzt kann auch die Medikation das Sturzrisiko beeinflussen. Daher sollten Sie ärztlichen Rat einholen, wenn Sie bemerken, dass Medikamente die Bewegungsfähigkeit beeinflussen, zum Beispiel müde oder benommen machen oder Schwindel verursachen.

Weitere Informationen zum Thema Sturz und anderen Präventionsthemen in der Pflege erhalten Sie auf dem kostenlos zugänglichen und werbefreien Online-Portal des ZQP unter www.zqp.de.