Landesübung Baden-Württemberg des BRH Bundesverband Rettungshunde
„Supernasen“ bewiesen ihr Können

Vermisste Personen zu finden und anschließend zu versorgen: Das haben fast 200 Rettungskräfte bei der diesjährigen Landesübung Baden-Württemberg des BRH geübt. Die Schlierbacher Staffel war mit zwölf Aktiven beteiligt

Schlierbach. Das Szenario: Ein Erdbeben der Stärke fünf bis sechs auf der offenen Richterskala hat den Alb-Donau-Kreis erschüttert. Viele Straßen sind unpassierbar geworden, zahlreiche Personen versuchen, sich auf Umwegen zu Familienmitgliedern, Verwandten und Freunden durchzuschlagen. Die Menschen in der Region hat das Erdbeben völlig unerwartet getroffen. Sie haben ihre Häuser und Wohnungen teilweise in Panik verlassen; eine große Zahl wird vermisst.

In dieser Situation schlägt die Stunde der Rettungshunde: Fast 100 der hochspezialisierten Supernasen kamen im Rahmen der Landesübung Baden-Württemberg des Bundesverbands Rettungshunde (BRH) in und um Ulm zum Einsatz. Gemeinsam mit ihren Führern suchten sie mehrere Millionen Quadratmeter Fläche sowie komplexe Trümmerlagen nach Vermissten und Verschütteten ab – bei hochsommerlichen Temperaturen eine Aufgabe, die Mensch und Hund gleichermaßen forderte.

Ihr Auftrag: lautete „Such und hilf“. Innerhalb kürzester Zeit konnten sie mehrere orientierungslose und teilweise verletzte Personen aufspüren.

Uwe Osswald, Einsatzleiter der Rettungshundestaffel Mittlerer Neckar, weiß, was Rettungshunde leisten: „Ein geprüfter Flächensuchhund ersetzt im Einsatz mühelos eine Suchkette von bis zu 30 Personen“. Bei guten Witterungsverhältnissen seien die Supernasen in der Lage, menschlichen Geruch über eine Distanz von mehreren Hundert Metern wahrzunehmen.

Und sie sind schnell: Dicht bewachsene, unwegsame Gebiete von der Größe eines Fußballfeldes können durch einen einzigen Rettungshund in nur zwei bis drei Minuten zuverlässig abgesucht werden – „auch bei Dunkelheit“, so Osswald. In den Trümmern könnten entsprechend ausgebildete Hunde verschüttete Menschen selbst unter mehrere Meter dicken Schichten aus Beton und Schutt orten. Mantrailer, welche die Spur einer vermissten Person anhand ihres Individualgeruchs verfolgen, können einen Menschen noch Stunden und Tage nach seinem Verschwinden sicher aufspüren. Wassersuchhunde zeigen Ertrunkene in bis zu 50 Metern Wassertiefe an.

Damit im Ernstfall alles reibungslos ablaufen kann, muss regelmäßig trainiert werden. Mehrmals wöchentlich treffen sich die einzelnen Staffeln zum regulären Übungsbetrieb, einmal jährlich findet eine große Landesübung statt. Die daraus gewonnenen Erfahrungen sind für alle beteiligten Kräfte wichtig: „In Baden-Württemberg sind die Rettungshundestaffeln in den Katastrophenschutz-Plan des Landes eingebunden“, erklärt Peter Göttert, Landesbeauftragter des Bundesverbandes Rettungshunde und Fachberater Rettungshunde beim Innenministerium. Komme es zu einem Katastropheneinsatz, müssten alle Staffeln Seite an Seite zusammenarbeiten. „Dann müssen wir genau wissen, wo Möglichkeiten für staffelübergreifende Kooperationen liegen und welche Staffeln wie schnell vor Ort sein können“.

Die von der Ulmer Staffel organisierte Landesübung 2011 lasse ihn optimistisch in die Zukunft blicken: „Ich bin hochzufrieden“. Alle eingesetzten Teams hätten gute bis sehr gute Leistungen gezeigt, alle Versteckpersonen und Scheinopfer konnten gefunden werden. Die Rettungshundestaffeln im Ländle sind damit für den Ernstfall bestens gerüs­tet.pm