Wendlinger reisen am Jahrestag des Amoklaufs nach Winnenden
Tag des Gedenkens

An den Gedenkfeiern anlässlich des vierten Jahrestags des Amoklaufs von Winnenden und Wendlingen nahm auch eine Delegation aus Wendlingen teil.

Gaby Kiedaisch

Wendlingen/Winnenden. Der Amoklauf am 11. März 2009 hat tiefe Wunden bei den Angehörigen der Toten gerissen. Auch in Wendlingen sind zwei unschuldige Menschen getötet worden. Für die meisten ist inzwischen längst wieder der Alltag eingekehrt, das Schreckliche scheint zunehmend zu verblassen. Doch die Angehörigen, Freunde und Arbeitskollegen der Toten müssen jeden Tag mit dieser unbegreiflichen Tat umgehen.

Auf Initiative des Kreisjugendrings Esslingen waren zum Jahrestag bereits zwei Mal Delegationen aus Wendlingen in Winnenden. 2011 begaben sich Menschen aus den Landkreisen Esslingen und Rems-Murr gemeinsam auf eine Werte-Reise. Dabei wurde ein Signal gegen Gewalt gesetzt. Anschließend gab es in Wendlingen eine Gedenkfeier.

Gemeinsam mit dem Kreisjugendring und dem Jugendhaus brachen am Montag Vertreter der Lokalen Agenda und des Bürgervereins auf, insgesamt 14 Personen, da­runter KJR-Geschäftsführer Kurt Spätling, um der Opfer zu gedenken. In Winnenden nahmen sie an den Gedenkfeiern teil – zunächst auf dem Marktplatz, wo die Namen der Opfer genannt wurden und weiße Rosen an sie erinnerten. Nach dem Gottesdienst in der Schlosskirche war die Delegation bei der Baumpflanzung vor der Albertville-Schule dabei und besichtigte den neuen Gedenkraum für die Opfer. In der Bürogemeinschaft von Aktionsbündnis Amoklauf und KJR Rems-Murr kamen die Wendlinger Vertreter auch mit Winnendens OB Hartmut Holzwarth ins Gespräch. „Die Gedenkfeier war sehr bewegend“, so Heinz Benz, Heinz Gfrör und Christof Georgi unisono.

Weil dieser Tag die Städte Winnenden und Wendlingen – wenn auch auf traurige Weise – verbindet, ist es nach Ansicht der Teilnehmer wichtig, dass auch in Wendlingen angemessen auf diesen Tag reagiert wird. Wie könnte also ein Jahrestag künftig in Wendlingen aussehen? Wie kann man dem Gedenken an die Opfer in Zukunft stärker gerecht werden? Diese Fragen stellen sich die Gruppierungen aus Wendlingen und wollen dies mit Bürgermeister Steffen Weigel erörtern. „Wir dürfen nicht vergessen. Die Geschehnisse und vielen Opfer sollen in unserer Erinnerung bleiben“, sagt Heinz Benz von Lokaler Agenda und Bürgerverein.