Esslingen. Kazim Celebi, Vorsitzender der Taxizentrale, räumt in einer Stellungnahme gewisse Defizite ein und verspricht Besserung. Insgesamt hält er die Kritik aber für überzogen. „So schlecht, wie es die jungen Leute behaupten, ist der Service nicht.“
44 Mitglieder zählt die Taxizentrale. Celebi hat zuletzt dafür geworben, das Nachttaxi besser zu unterstützen. Mit begrenztem Erfolg. Nur 30 Mitglieder beteiligen sich. 14 Mitglieder lehnen es dagegen ebenso wie zehn unorganisierte Taxifahrer weiter ab, für sieben Euro bis zu zwei Fahrgäste und jeden weiteren Fahrgast für 3,50 Euro in den Nächten auf Samstag und Sonntag in Esslingen und Umgebung zu befördern. Für Schüler und Studenten gibt es Rabatt.
Celebi bittet um Verständnis, dass er niemand zwingen kann, sich an dem Konzept zu beteiligen. Er verspricht aber, den Kunden des Nachttaxis die Orientierung zu erleichtern. „Wie früher werden wir wieder alle Fahrzeuge mit einem Aufkleber kennzeichnen“, kündigt er an. Außerdem sollen die Nachttaxis ihre Fahrgäste künftig nicht mehr am Bahnhof, sondern am Dick abholen. „Das erleichtert die Organisation“, erklärt Celebi, der „pauschale Vorwürfe“ zurückweist. „Wenn es konkrete Beschwerden gibt, bitten wir um Informationen an die Taxizentrale“, sagt er. Sollten sich die Behauptungen als begründet erweisen, müssten die Fahrer mit Konsequenzen rechnen.
Der Vorsitzende macht klar, dass er und seine Kollegen weiter auf das Nachttaxi setzen. Immerhin geht es um ein Geschäftsfeld, das im Jahr rund 50 000 Euro an Einnahmen verspricht. Im Rathaus zeigt sich Finanzbürgermeister Bertram Schiebel vor diesem Hintergrund zuversichtlich, dass das anstehende Gespräch zwischen Städtischem Verkehrsbetrieb und Taxizentrale die erhoffte Wirkung zeigen wird. „Die Taxifahrer wissen, was auf dem Spiel steht.“
Der Finanzbürgermeister lässt weiter Sympathien für das Nachttaxi erkennen. Versäumnisse bei der Aktualisierung der Fahrpläne seien ärgerlich, könnten aber ebenso wie andere Mängel behoben werden. Als Vorteil sieht er, dass das Nachttaxi die Kunden direkt vor die Haustür fährt.
Im Mittelpunkt stehen für Schiebel finanzielle Überlegungen. Sollte sich die Stadt in Absprache mit Aichwald, Ostfildern, Neuhausen und Denkendorf für einen Nachtbus entscheiden, droht der Esslinger Zuschuss von heute 2 000 für das Nachttaxi auf 80 000 Euro pro Jahr zu steigen. Solche Großzügigkeit fällt dem Rathaus auch deshalb so schwer, weil das Angebot wie das bisherige vor allem für Nachtschwärmer aus den Nachbargemeinden interessant sein dürfte.
Schiebel setzt vorerst auf Abwarten. Wie im Frühsommer 2012 beschlossen, sollen in diesem Jahr die Erfahrungen mit dem neuen Fahrplan beobachtet werden, der seit Dezember in den Nächten auf Samstag und Sonntag für die S-Bahn einen Stundentakt vorsieht. Im Vorfeld der Diskussion, die dann geführt werden soll, gibt er schon einmal zu bedenken: „Mobilität besteht nicht nur aus dem Nachtbus. Dazu gehören viele Facetten wie gehen, Rad fahren, Fahrgemeinschaften und Nachttaxi.“ Beim nächtlichen Heimweg sei auch Eigenverantwortung gefragt.
