Holzmaden. „Der Betrag hat uns doch etwas überrascht“, formulierte es Holzmadens Bürgermeister Jürgen Riehle vorsichtig. Statt der 275 000 Euro, die die Kommune bislang für die Sanierung der Rainstraße einkalkuliert hatte, sprach Diplomingenieur Claus Braun vom Stadtbauamt Weilheim in jüngster Gemeinderatssitzung nun von bis zu 900 000 Euro. „Die Preise sind extrem gestiegen“, begründete Braun die Kostenexplosion. Zudem sei er von einem Worst-Case-Szenario ausgegangen. „Das ist das Maximale, was sie einplanen müssen“, sagte er. Er habe mit der sehr großzügigen Schätzung auch bösen Überraschungen im Nachhinein vorbeugen wollen. In seiner Kostenschätzung mit 900 000 Euro sei dann auch eine Erneuerung der Wasserleitungen enthalten. Ohne Wasserleitungen setzte er 700 000 Euro an. „Ich würde es aber als sehr sinnvoll erachten, die Wasserleitungen gleich mit zu erneuern“, betonte Braun. „Es kann zwar sein, dass sie noch 20 Jahre halten. Es kann aber auch sein, dass sie bei der Baumaßnahme kaputtgehen.“ Jürgen Riehle gab zu bedenken, dass es in der Rainstraße – ebenso wie in der Blumenstraße und in der Aichelberger Straße – schon mehrere Wasserrohrbrüche gegeben habe.
„Der Preis schockt mich schon“, sagte Thomas Benz von der Holzmadener Bürgerliste (HBL). „Schließlich ist das eine Anliegerstraße und keine Hauptstraße mit Schwerlastverkehr.“ Aus seiner Sicht sollte dringend geprüft werden, ob sich nicht durch einen weniger massiven Unterbau die Kosten eindämmen ließen. „Die Straße ist schlecht und gehört erneuert“, sagte sein Fraktionskollege Gert Hauschild. Die knappe Million empfand er jedoch als allzu hohe Summe. Er wünschte sich ebenfalls eine genauere Analyse und zeigte sich zuversichtlich, dass sich noch eine Menge abspecken lasse. Ingenieur Claus Braun stimmte zu, dass es sinnvoll sei, den Unterbau analysieren zu lassen, um dann eine genauere Kostenschätzung vornehmen zu können.
„Selbst diese Summe wäre für uns ohne Kreditaufnahme zu bewältigen“, wies Bürgermeister Jürgen Riehle auf die gute Finanzsituation der Urweltgemeinde hin. Allerdings sprach auch er sich für eine genauere Voruntersuchung der Straße aus, um Aufschluss über die tatsächlichen Kosten zu erhalten. Er empfahl, in den Haushalt 2014 eine Planungsrate von 20 000 Euro einzustellen und danach noch einmal neu zu kalkulieren. Um der mittelfristigen Finanzplanung gerecht zu werden, schlug er vor, 700 000 Euro für die Komplettsanierung der Rainstraße inklusive der Wasserleitungen in den Jahren 2015 und 2016 einzuplanen. Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen.