proDente. Zahnlücken müssen heute nicht immer mit künstlichem Zahnersatz geschlossen werden. Die moderne Zahnmedizin bietet mit der Transplantation eigener Zähne eine natürliche Alternative – insbesondere bei jüngeren Patienten. Weisheitszähne eignen sich gut, um fehlende Zähne zu ersetzen und die natürliche Zahnreihe wiederherzustellen.
Die sogenannte autogene Zahntransplantation ist eine biologische Form des Zahnersatzes. Dabei wird ein eigener Zahn, meist ein Weisheitszahn, operativ entnommen und an einer anderen dafür geeigneten Stelle im Kiefer als Ersatz eines dort fehlenden Zahnes eingesetzt. Ziel ist es, die natürliche Funktion, Ästhetik und Stabilität des Gebisses zu bewahren.
Hohe Verträglichkeit und natürliche Integration
Ein großer Vorteil dieser Methode ist ihre biologische Verträglichkeit. Der transplantierte eigene Zahn wird vom Körper als körpereigen erkannt, Abstoßungsreaktionen sind selten. „Die autologe Zahntransplantation bietet nicht nur eine biologische Lösung, sondern vermeidet auch den Einsatz von Fremdmaterialien im Körper“, erklärt PD Dr. Frank Peter Strietzel von der Charité Universitätsmedizin Berlin. „Gerade bei Kindern und Jugendlichen mit noch wachsendem Kiefer ist sie eine effektive und nachhaltige Behandlungsoption.“
Langzeiterfahrungen bestätigen den Erfolg: Die Fünf-Jahres-Überlebensrate transplantierter Weisheitszähne liegt bei jugendlichen Patienten bei rund 90 Prozent, bei vollständig ausgereiften Zähnen bei etwa 80 Prozent. Damit überzeugt das Verfahren durch Stabilität, Langlebigkeit und eine sehr gute Einheilungsquote.
Zahnersatz, der mitwächst
Die Transplantation ist besonders für Patienten im Alter zwischen zehn und 25 Jahren geeignet. In diesem Alter sind die Zahnwurzeln in der Regel noch nicht vollständig ausgereift, was die Einheilung erleichtert. Nach der Verpflanzung kann der Zahn mit dem Kiefer mitwachsen und sich – oft unterstützt durch eine begleitende kieferorthopädische Behandlung – dauerhaft harmonisch in die Zahnreihe eingliedern. So bleibt die natürliche Kaufunktion erhalten und der Zahn verhält sich langfristig wie ein echter Bestandteil des Gebisses.
Moderne, schonende Verfahren
Der Eingriff selbst ist heute deutlich schonender als früher. Er erfolgt in der Regel unter lokaler Betäubung und dauert etwa eine bis anderthalb Stunden. Der Weisheitszahn wird vorsichtig entnommen, in die vorbereitete Empfängerstelle eingesetzt und vorübergehend mit einer kleinen Schiene stabilisiert. Nach einigen Wochen ist der Zahn fest verwachsen und kann normal belastet werden.
Fortschritte in der Operationstechnik und in der Nachsorge haben die Heilungszeit verkürzt und das Risiko von Komplikationen reduziert. Mitunter ist eine anschließende Wurzelkanalbehandlung des transplantierten Zahnes erforderlich.
Eine gute Mitarbeit der Patienten, eine gute Mundhygiene und ein stabiler Kieferknochen sind wichtige Voraussetzungen für den Erfolg der Behandlung. Bei schweren Allgemeinerkrankungen wie unkontrolliertem Diabetes oder bei stark geschädigtem Gewebe ist der Eingriff dagegen nur eingeschränkt empfehlenswert.
Die Transplantation von Weisheitszähnen stellt eine natürliche und patientenschonende Lösung bei Zahnverlust dar. Sie vereint Funktionalität, Biokompatibilität und Ästhetik, verzichtet auf Fremdmaterialien und nutzt das Potenzial des eigenen Körpers. Vor allem bei jungen Menschen bietet sie eine langfristige, biologische Alternative zu herkömmlichem Zahnersatz.

