Gäste des Gartenbauvereins Westhofen zu Gast unterm Reußenstein
Treffen im Zeichen des Obstbaus

Die junge Partnerschaft hat ihre Bewährungsprobe bestanden: Nach einem Besuch beim Gartenbauverein Westhofen im Elsass haben die Neidlinger Obstler nun einen Gegenbesuch erhalten. Das Wiedersehen hat das Miteinander gestärkt.

Neidlingen. Die Gäste wurden unter den Strahlen der Herbstsonne vor dem renovierten Neidlinger Rathaus vom OGV-Vorsitzenden Kurt Hepperle begrüßt, und sein Kollege Paul Zoller vom besuchenden Verein zeigte sich sehr angetan. Bürgermeister Rolf Kammerlander gab den Gästen einem umfassenden Blick in die über 1200-jährige Ortsgeschichte der Reußensteingemeinde und die Aufgaben von heute.

Mit Interesse betrachteten die Gäste die renovierte Rathausuhr mit ihrem mechanischen Werk. Der Bürgermeister beleuchtete dabei den wesentlichen Anteil des Fördervereins, der von Altbürgermeister Ulrich Rieker initiiert, geleitet und mit einem bedeutenden Geldbetrag zum Ende seiner 36-jährigen Dienstzeit den finanziellen Grundstock dafür gelegt hatte. Die Mühen und Anstrengungen des Fördervereins haben sich als Gemeinschaftsaktion der Bürgerschaft gelohnt. Für die Uhr konnte zur Fertigstellung der Renovierung ein stattlicher Betrag an die Gemeinde übergeben und damit ein besonderes Kleinod erhalten werden.

Eine Besichtigung des vom OGV auf einem Gemeindegrundstück betriebenen Kirschenmuttergartens wurde sehr intensiv wahrgenommen. Dabei gab es viele Fachsimpeleien. In der Heimat der Besucher – Westhofen bezeichnet sich als die Kapitale der Kirschen – kommt dem Kirschenanbau, wie auch in Neidlingen, eine besondere Bedeutung zu. Ein kleiner Ortsrundgang, bei dem die Kugelmühle natürlich nicht fehlen durfte, führte zum Nachmittagsprogramm. Dabei war es wieder der Altbürgermeister, der auch für den Obstbau-Landesverband ein herzliches Willkommen aussprechen konnte. Er gab bei dieser Gelegenheit seine persönlich-familiären Bande nach Frankreich preis und ging auf die Worte und die Botschaft des damaligen französischen Staatspräsidenten Charles des Gaulle an die Deutschen und insbesondere an die Jugend in Ludwigsburg ein. Der heutige französische Präsident François Hollande hat dies bei einem Erinnerungsfestakt, wiederum in Ludwigsburg im vergangenen September, so gedeutet: „Anstatt die Flamme der Freundschaft nur am Brennen zu erhalten, ist es unsere Pflicht, sie jeden Tag neu zu entzünden“. Die Neidlinger denken, dass sie in diesem Sinn als Brandstifter im besten Sinn des Wortes unterwegs sind. Vorsitzender Kurt Hepperle würdigte auch das Engagement von Ulrich Rieker für alles Bemühen und die Wegbereitung zu dieser grenzüberschreitenden Verbindung. Mit dem Besuch der Brennerei von Björn Epple und einem gemütlichen Beisammensein wurde der gelungene Tag abgeschlossen.ur