Lenningen. Hoch auf der Albhochfläche zwischen Ochsenwang und Schopfloch gelegen, gehört das Naturschutzzentrum Schopflocher Alb zum Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Mit der Ausstellung möchte das Zentrum ein Zeichen setzen. „Reußenstein – Gemälde, Aquarelle und Grafiken“ ist ihr Titel und sie soll beweisen, dass nicht nur die Natur im engen Sinne eine Aufgabe des Naturschutzes ist, sondern dass der Mensch und seine Werke ebenfalls ein Teil der Natur und somit zu schützen sind.
Besonders die Burgen am Albtrauf spielen seit dem Mittelalter eine wichtige Rolle. Der Reußenstein diente aufgrund seiner günstigen Lage einst als Herrschaftssitz und ist heute ein beliebtes Ziel für Wanderer, Spaziergänger und dank der markanten Felsen auch ein Dorado für Kletterer.
Insgesamt elf Gemälde der Burg Reußenstein werden in einem neuen Raum des Zentrums ausgestellt. Die Exponate aus dem 19. und 20. Jahrhundert stammen überwiegend von Künstlern aus Kirchheim und der näheren Umgebung.
Unter anderem sind die Künstler Eugen Faber und Paul Stierle unter den ausstellenden Künstlern vertreten.
Der Besucher sieht die Burgruine Reußenstein in verschiedenen Variationen von Perspektive und Umfeld. So zeigt ein Werk die Ruine in einer Winternacht, ein anderes die Burg bei einem aufziehenden Gewitter. Unterschiedliche Darstellungen ermöglichen die Sicht auf das Bauwerk aus der Vogelperspektive oder den Anblick aus dem Tal. Die gezeigten Gemälde sind selten gesehene Leihgaben. Drei Privatsammler sowie die Gemeinde Neidlingen stellten die Exponate zur Verfügung.
Ziel der Sonderausstellung ist es, auf die „Schönheiten des Albtraufs“ aufmerksam zu machen, so die Aussage des Leiters des Naturschutzzentrums, Dr. Wolfgang Wohnhas. Der Albtrauf spielt im neuen Naturschutzzentrum eine wichtige Rolle und ist außerdem das Alleinstellungsmerkmal der Biosphäre. So passt die Kunstausstellung perfekt zu der neuen Dauerstellung, die den Albtrauf inhaltlich und gestalterisch in den Mittelpunkt stellt. Die Besucher können an interaktiven Stationen die Naturschönheiten des Albtraufs mit allen Sinnen entdecken.
„Die Bedeutung von Burgen im Allgemeinen und dem Reußenstein im Besonderen soll den Besuchern verdeutlicht werden“, sagte Wohnhas bei der Pressekonferenz. Zudem stellt die Sonderaustellung eine Anknüpfung an die Ausstellung „Reußenstein“ von dem Naturschützer Roland Laih aus dem Jahr 2008 dar. Der Kirchheimer, der kurz nach der Ausstellungseröffnung starb, war ein engagierter Naturschützer und Kunstfreund. Die jetzige Präsentation des Naturschutzzentrums soll Roland Laih gedenken. Seine Frau, Hildegard Rosenberger, wirkte an beiden Reußenstein-Austellungen mit.
Die eher geringe Auswahl von elf Exponaten des Reußensteins wurde von den Verantwortlichen bewusst gewählt. Ganz nach dem Motto „Qualität statt Quantität“ sollen die Bilder in dem Raum auf die Betrachter wirken. Der Entschluss gegen das Übermaß zeigt Wirkung. Die Werke können trotz des recht kleinen Saales einzeln wahrgenommen werden.
Die Sonderausstellung „Reußenstein – Gemälde, Aquarelle und Grafiken“ wird am Freitag, 20. Mai, um 10 Uhr eröffnet, die Exponate werden bis einschließlich Sonntag, 24. Juli, im Naturschutzzentrum Schopflocher Alb zu sehen sein. Der Eintritt ist frei.
