Bei Schülern der Lenninger Grund- und Werkrealschule sowie der Förderschule stand gestern Musik auf dem Stundenplan
Trommler bringen Klassenzimmer zum Beben

Statt über Matheaufgaben zu brüten oder sich mit Gram­matikregeln zu befassen, wurde in der Oberlenninger Grund- und Werkrealschule am gestrigen Dienstag gesungen, getanzt, gerappt und eifrig auf Instrumenten gespielt.

Lenningen. Wer den Weg zur Percussion-Gruppe suchte, musste auf dem Oberlenninger Grundschulgelände nur seinen Ohren folgen. „1,2,3,4!“, so gab Dozent Ralf Baumgärtner den Takt vor. Rhythmisches Trommeln auf blauen und gelben Fässern brachte das Klassenzimmer im Behelfsbau zum Beben. „Gut, dass wir den Workshop ausgelagert haben“, meinte Erich Merkle, Rektor der Grund- und Werkrealschule, beim Rundgang lachend. Zusammen mit der Landesmusikjugend im Landesmusikverband Baden-Württemberg hatte das Kollegium den Vormittag organisiert. Unter der Überschrift „Musik total“ konnten sich rund 300 Kinder und Jugendliche von der dritten Klasse an für einen von insgesamt elf Workshops entscheiden.

„Unsere Schule ist stark in Richtung Musik ausgerichtet, da passt das Angebot des Landesmusikverbands hervorragend“, sagte Erich Merkle. Die Lenninger Grund- und Werkrealschule kooperiert mit der örtlichen Musikschule beispielsweise bei den Konzepten „Musik erster Klasse“ sowie bei den Gitarrenkindern unter den Fünft- und Sechstklässlern. Schulband, Chöre und die neu gestartete Big Band runden das Profil ab. „So eine Bandbreite wie heute können wir sonst aber natürlich nicht bieten“, so Merkle. Der klassische Musikbereich war gestern ebenso vertreten wie die Sparte Rock und Pop. Wer wollte, konnte ins Musik-Management hineinschnuppern, erste Kenntnisse an den Turntables erwerben, eine kleine Musikproduktion am Computer erstellen oder sich unter dem Titel „Freestyla“ im Rappen versuchen.

Voller Eifer waren die Kinder und Jugendlichen denn auch dabei. Mit roten Backen droschen sie mit Stöcken auf riesige Plastikfasstrommeln ein, andere schlugen auf Gitarren zartere Töne an. In einem Klassenzimmer beugten sich überwiegend Grundschüler – Mundharmonikas an den Lippen – konzentriert über Notenblätter. Ob Frère Jacques oder das weihnachtliche Jingle Bells – die Stücke waren bereits nach zweistündigem Proben gut erkennbar.

Die nach Lenningen angereisten Dozenten der Landesmusikjugend arbeiten überwiegend als freie Musikschaffende beziehungsweise als Produzenten oder Manager und sind teilweise schon viele Jahre in der Musikerziehung und -ausbildung tätig.

„Auch wir können heute etwas lernen“, sagte die Lehrerin des Grundschulchors, Christine Reichow, erfreut. Wie viele ihrer Kollegen nahm sie an einem der Workshops teil. Nach dem Motto „Sing, Sing, Sing“ studierte der Kirchenmusiker und Leiter verschiedener Chöre, Andreas Schulz, gleich mehrere Lieder mit den Kindern ein. Ganz nebenbei schnappten die Teilnehmer ein paar spanische Brocken auf: „un poquito cantas, un poquito bailas. . . – ein bisschen singen. . ., ein bisschen tanzen. . .“

Ziemlich viel gesungen und getanzt wurde freilich bei der Präsentation der Workshop-Ergebnisse in der Oberlenninger Turn- und Festhalle, zu der sich die ganze Schule zur Mittagszeit versammelte. Auch Eltern waren eingeladen, zu sehen, mit welcher Begeisterung ihre Kinder bei der Sache waren.

„Unser Ziel ist, Spaß an der Musik zu wecken“, sagte der Pressesprecher des Landesmusikverbands, Edgar Kube. – Gestern wurde mit den bunten Workshops an der Karl-Erhard-Scheufelen-Schule in Lenningen ein Schritt in diese Richtung getan.