Revierförster gibt Überblick über Lenninger Wald
Uhus, Bienen und Sänger

Der Gemeindewald beschäftigte den Lenninger Gemeinderat. Revierleiter Alexander Klein stellte den Bewirtschaftungsplan für 2013 vor und gab einen Überblick über das laufende Jahr.

Lenningen. „2012 war ein sehr gutes Jahr, allein schon wegen der positiven Preisentwicklung“, fasste Alexander Klein zusammen. Es gab kein Käferholz und der Anteil von Sturmholz blieb gering. „Welche Schäden der Schneebruch verursacht hat, zeigt sich erst in den nächsten Wochen“, ging er auf die aktuelle Situation ein. Die Waldarbeiter waren bereits unterwegs und haben einige Wege freigeräumt. „Dass Bäume um- und Äste runterfallen, ist ein Dauerproblem. Vieles ist jedoch Privatwald“, gab der Förster zu Bedenken.

Das Forstjahr 2012 verlief nahezu nach Plan, sowohl was den Einschlag von etwa 2700 Festmetern betrifft, als auch die Neupflanzung von 1200 jungen Bäumen. Überdurchschnittlich fiel die „Schlagpflege“ auf einer Fläche von rund zehn Hektar aus. Dabei handelte es sich um die Nachpflege bei Naturverjüngung.

Ganz nebenbei erfuhr das Gremium, dass im Lenninger Wald die Zottige Mauerbiene zu Hause ist. Diese Solitärbiene kommt nur an zwei Standorten in Baden-Württemberg vor. Zur Bestandssicherung waren Arbeiten an Felsen notwendig geworden. Da es sich dabei um eine Artenschutzmaßnahme handelt, wird dies nicht der Gemeinde in Rechnung gestellt. Das seltene Insekt braucht Hohlräume für die Brut und kräftige Pflanzen als Nahrungsquelle.

Es gibt noch einen weiteren seltenen Waldbewohner, der allerdings seit ein paar Jahren vermisst wird: den Berglaubsänger. An seine Umgebung hat er einige Ansprüche. Er bevorzugt lichte Wälder, gerne an südexponierten Hängen, dazu noch möglichst viele verschiedene Baumarten in unterschiedlichen Altersklassen. Auch für ihn werden im Zuge des Artenschutzes Pflegemaßnahmen stattfinden, diese werden im Zuge von Verkehrssicherungsmaßnahmen an der Gutenberger Steige stattfinden. „Das ist eine etwas größere Angelegenheit“, warnte der Förster den Gemeinderat vor. Allein die großräumige Absperrung wird nicht billig. So müssen beispielsweise die Leitplanken abgebaut werden. „Alle 50 Zentimeter steckt ein Pfosten“, verdeutlichte Alexander Klein. Die gute Nachricht für Lenningen: Es betrifft hauptsächlich Staats- und nicht Gemeindewald, weshalb Lenningen nicht zur Kasse gebeten wird. Die Arbeiten werden sich vermutlich vier Wochen hinziehen. „Wir streben eine große Lösung an, um nicht jedes Jahr aufs Neue dort mit Verkehrssicherungsarbeiten beschäftigt zu sein. Jeder Sturm und jeder Lastschnee stellt ein Problem dar“, so der Revierleiter. Er will im frühen Herbst 2013 mit den Arbeiten beginnen, um diese wenigsten mit der einen Woche Herbstferien verbinden zu können, denn der Schulbus muss bei einer Sperrung große Umwege in Kauf nehmen. Alle anderen Schulferien kommen nicht Frage: In den Weihnachtsferien macht es wegen der Witterung keinen Sinn, in den Faschingsferien ist der Uhu bereits in der Balz und in allen weiteren Ferien sämtliche Tiere ebenfalls mit der Fortpflanzung beschäftigt.

Für das kommende Jahr plant Alexander Klein knapp 2900 Festmeter Holz – davon 90 Prozent Laubholz – einzuschlagen. „Das entspricht in etwa auch dem Artenanteil“, so der Revierleiter. Relativ hoch ist in Lenningen der Brennholzanteil mit 55 Prozent. Damit wieder genügend Rohstoff nachwächst, plant der Förster, 800 Nadelbäume zu pflanzen. „Die Fichte ist nach wie vor der Brotbaum. Es macht daher durchaus Sinn, einen bestimmten Anteil auf geeigneten Standorten zu pflanzen“, begründete Alexander Klein seine Entscheidung. Die Pflanzung von Laubholz kann er sich dagegen sparen: Das verjüngt sich in der Regel auf Lenninger Markung von selbst.

Alexander Klein rechnet mit Einnahmen in Höhe von etwa 108 000 Euro, denen Ausgaben in Höhe von rund 97 000 Euro gegenüber stehen. Somit geht der Förster 2013 von einem Plus von rund 11 000 Euro aus.